Mexiko und die EU kommen einen großen Schritt voran

Über 86 Milliarden Euro beträgt das Handelsvolumen zwischen der EU und Mexiko, davon entfällt rund ein Drittel auf Deutschland. Doch in den letzten Jahren sind die deutschen Exporte nach Mexiko unter Druck geraten.

Genau hier setzt das modernisierte EU-Mexiko-Abkommen an, das die Präsidentin Mexikos Claudia Sheinbaum und  EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute in Mexiko‑Stadt unterzeichnen.

Es geht nicht nur um ein Update. Es geht um eine neue Dynamik durch

    • nahezu vollständige Zollliberalisierung,
    • den Abbau weiterer Handelshemmnisse,
    • mehr internationale Standards und
    • einen verbesserten Zugang zu öffentlichen Aufträgen.

 

Mexiko ist für deutsche Unternehmen längst ein zentraler Investitionsstandort – nach den USA und China der wichtigste weltweit außerhalb Europas. Mehr als zweitausend Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind vor Ort aktiv und treiben industrielle Wertschöpfung in Schlüsselbranchen wie Automobil, Maschinenbau, Chemie und Elektronik voran – mit 335.000 Arbeitsplätzen direkt im Land.

Auch für die Neuausrichtung globaler Lieferketten gewinnt Mexiko an strategischer Bedeutung – als Industriehub, als Brücke in den nordamerikanischen Markt und als Partner für Zukunftstechnologien.

Das neue Abkommen kann entscheidend dazu beitragen, Wertschöpfungsketten resilienter und diversifizierter aufzustellen und Unternehmen neue Investitions- und Kooperationschancen zu eröffnen.

Wenn im nächsten Schritt der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments (INTA) seine Zustimmung erteilt und anschließend ein positives Votum im Plenum des Europäischen Parlaments erreicht wird, kann das Interims‑Handelsabkommens (iTA) angewendet werden. Das verspricht, sofortige wirtschaftliche Effekte auszulösen.

Danach muss Europa liefern und das vollständige modernisierte Mexiko-Abkommen (MGA) in allen EU‑Mitgliedstaaten ratifizieren, damit es in Kraft treten kann.

 

Umfangreiche Informationssammlung der EU-Kommission zum Abkommen: EU-Mexico

LADW Diana Brunnen Mexico Stadt
© iStock | benedek

Gemeinsam auf dem Weg zu einer stärkeren, resilienteren Industrie

Das deutsch-brasilianische Handelsvolumen in den nächsten Jahren verdoppeln, diese Losung setzte Bundeskanzler Friedrich Merz bei den 42. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen. Auch Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sieht viel Potenzial in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, vor allem bei Digitalisierung, erneuerbarer Energie, nachhaltiger Mobilität, Sicherheit und Verteidigung, Künstlicher Intelligenz, Biotechnologie, Datensicherheit und anderem. Das EU-Mercosur-Handelsabkommen, das am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten wird, bietet für die Intensivierung der Zusammenarbeit beste Voraussetzungen.

Diese positive Grundstimmung prägte die Wirtschaftstage am 19. und 20. April auf der HANNOVER MESSE, die mit über 700 Teilnehmenden sehr gut besucht war. Zum Auftakt der Konferenz erklärte LADW-Vorsitzender Thomas Schmall, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO von Volkswagen Group Components:

„Brasilien zählt zu den wichtigsten Investitionsstandorten für die deutsche Industrie im Ausland. Deutsche Unternehmen erwirtschaften dort mit 244 000 Mitarbeitenden jährlich fast 70 Milliarden Euro. Damit ist das Land bereits heute der viertgrößte Markt außerhalb Europas.

Die Voraussetzungen für eine engere Partnerschaft sind so gut wie selten zuvor. Jetzt ist der Moment, Potenzial in gemeinsames Wachstum zu überführen. Dafür brauchen wir wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen.“

Auf der Bühne waren sich alle einig: Resilienz entsteht durch Partnerschaft. Brasilien und Deutschland können gemeinsam neue Märkte erschließen, Lieferketten breiter aufstellen und sich für eine offene, regelbasierte Wirtschaftsordnung einsetzen. Die 43. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage werden 2027 in Londrina (Brasilien) stattfinden.

Thomas Schmall im Dialog: "Responding to global geopolitical challenges” mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, dem brasilianischen Wirtschaftsminister Marcio Elias Rosa und Ingo Plöger
Thomas Schmall im Dialog: "Responding to global geopolitical challenges” mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, dem brasilianischen Wirtschaftsminister Marcio Elias Rosa und Ingo Plöger
Judith Wiese und Marco Santos im Panel Digitalisierung
Judith Wiese, Siemens, und Marco Santos, GFT Technologies, im Panel Digitalisierung
Oliver Burkhard im Panel Security
Oliver Burkhard, TKMS, im Panel Resilient Industries and Defense
Marcio Santos, Bayer, im Moderated Talk Healthcare and Sustainability
Stefan Vilsmeier, Brainlab, und Marcio Santos, Bayer, im Moderated Talk Healthcare and Sustainability
Präsident_Lula_DBWT_Opening
Präsident Lula bei der Eröffnung der Wirtschaftstage
Bundeskanzler Friedrich Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz
BDI-Präsident Dr.-Ing. Peter Leibinger
BDI-Präsident Dr.-Ing. Peter Leibinger
Prominentes_Publikum
Prominentes Publikum

© Christian Kruppa/BDI

Brasilien und Deutschland verbinden sich enger

Am Rande der HANNOVER MESSE haben Deutschland und Brasilien am 20. April 2026 in Hannover ihre 3. Regierungskonsultationen abgehalten. Unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bekräftigten beide Seiten ihren Willen, die strategische Partnerschaft weiter auszubauen. Begleitet von zahlreichen Ministerinnen und Ministern markierten die Gespräche einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen.

Konkret vereinbarten Deutschland und Brasilien, ihre Zusammenarbeit in einer Vielzahl von Zukunftsfeldern zu intensivieren. Dazu zählen unter anderem:

    • wirtschaftliche Kooperation und resilientere Lieferketten;
    • digitale Transformation, künstliche Intelligenz und Innovation;
    • Klima- und Umweltschutz sowie nachhaltige Entwicklung;
    • Forschung, Technologie und Raumfahrt;
    • Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen;
    • Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

 

Zur Gemeinsamen Erklärung:

Joint Declaration 3rd German-Brazilian Interngovernmental Consultations

 

Aus LADW-Sicht lassen sich aus den Gesprächen zwei zentrale Erkenntnisse ableiten:

Erstens: Brasilien ist bereit, die Zusammenarbeit mit Deutschland deutlich zu intensivieren. Insbesondere die deutsche Industrie wird als strategischer Partner gesehen – etwa in den Bereichen industrielle Transformation, Digitalisierung und nachhaltige Technologien.

Zweitens: Der internationale Wettbewerb um Brasilien hat spürbar zugenommen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Zugang zu Rohstoffen, sondern zunehmend auch um technologische Kooperationen, Investitionen und industrielle Wertschöpfung.

Für die deutsche Wirtschaft bedeutet dies, die bestehenden Chancen entschlossener zu nutzen und schneller in konkrete Projekte zu überführen. Ziel muss es sein, aus politischen Absichtserklärungen messbare Kooperationen entstehen zu lassen.

Denn am Ende zählt nicht die Ankündigung – sondern die Umsetzung.

Offizieller Empfang mit militärischen Ehren
Offizieller Empfang mit militärischen Ehren
Präsident Lula und Bundeskanzler Merz
Präsident Lula und Bundeskanzler Merz
CEO Roundtable mit Präsident Lula und Bundeskanzler Merz
CEO Roundtable mit Präsident Lula und Bundeskanzler Merz sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft beider Länder

© Ricardo Stuckert / PR

Horizonterweiterung für brasilianische und deutsche Agrar-Nachwuchskräfte

Geopolitische Spannungen. Klimarisiken. Herstellung von Energie- und Ernährungssicherheit. Der Druck auf die globale Landwirtschaft nimmt zu – eine engere Zusammenarbeit ist daher von strategischer Bedeutung und dringend geboten.

Max Müller, Ko-Vorsitzender der AI für die Seite der deutschen Wirtschaft und SVP Global Public Affairs bei der Bayer AG, formulierte die Herausforderung direkt: „Wir müssen auf nachhaltige Weise mehr Nahrungsmittel auf weniger Land produzieren, und ganz klar können Brasilien und Deutschland hier mit gutem Beispiel vorangehen.“

 

Auf der Jährlichen Sitzung und bei dem umfangreichen Begleitprogramm der Deutsch-Brasilianischen Initiative für Zusammenarbeit in Agrarwirtschaft und Innovation (AI) im April kamen führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Finanzwesen und Wissenschaft zusammen, um mögliche Antworten auf diese Herausforderungen zu diskutieren.

Wesentliche Ergebnisse:

    • MoU für ein bilaterales Austauschprogramm für Junglandwirte, unterzeichnet von ABAG und LADW, unterstützt von den beiden Landwirtschaftsministerien BMLEH und MAPA;
    • Entwicklung einer Agenda für einen gemeinsamen brasilianisch-deutschen Biokraftstoffkorridor;
    • Fach-Dialog zu Nachhaltigkeitsregelwerken und Kohlenstoffmärkten sowie ein gemeinsame Verpflichtung zum Ausbau digitaler ruraler Infrastruktur und digitaler Kompetenzen im Agrarbereich.

 

Ein weiteres Highlight des Programms war der „Field Day“. Fachleute aus der Agrarwirtschaft aus Brasilien und Deutschland besuchten die Kartoffelaufbereitungs- und Handels GbR in Hohe Börde und haben sich selbst ein Bild davon gemacht, wie eine Biogasanlage und der deutsche Kartoffelanbau von der Saat bis zum Supermarkt aussieht.

 

Impressionen vom „Field Day“

Fotos: Liesa Johannssen

Zusammenfassung des Jährlichen Treffens 2026:

Zusammenfassung „Field Day“:

Unterzeichnung des MoU

Martina Englhardt-Kopf, Parl. Staatssekretärin im BMLEH, Augusto Billi, Vizeminister im brasilianischen Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei (MAPA), Max Müller (LADW) und Ingo Plöger (ABAG) ©Frank Nürnberger
Martina Englhardt-Kopf, Parl. Staatssekretärin im BMLEH, Augusto Billi, Vizeminister im brasilianischen Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei (MAPA), Max Müller (LADW) und Ingo Plöger (ABAG) ©Frank Nürnberger
Traktor
Frau vor Biogasanlage
Handvoll Erde
Kartoffellagerung
auf dem Feld

Zusammenarbeit mit Lateinamerika hat oberste Priorität für deutsche Industrie

Thomas Schmall, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO von Volkswagen Group Components, wurde gestern als Nachfolger von Gunnar Kilian zum Vorsitzenden des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW) gewählt. Schmall, der viele Jahre in der Region tätig war, sagte anlässlich seiner Wahl:

Lateinamerika ist und bleibt ein Schlüsselmarkt für die deutsche Wirtschaft. Deutsche Unternehmen erwirtschaften dort knapp 200 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Wir befinden uns an einem geopolitischen Wendepunkt, der für beide Regionen – Lateinamerika und Europa – auch neue Chancen bietet. Globale und regionale Lieferketten, Investitionen und Partnerschaften werden weltweit neu geordnet. Deutschland und Europa dürfen diese Region nicht den Wettbewerbern überlassen. Nur durch Präsenz vor Ort und Investitionen bleiben wir strategischer Partner und wichtiger Akteur in Lateinamerika.

Das EU-Mercosur Abkommen eröffnet neue Möglichkeiten für Europas Engagement in Lateinamerika – jetzt kommt es auf die Ratifizierung und Umsetzung an. Politik und Wirtschaft müssen das Abkommen gemeinsam in Investitionen, Wertschöpfung und Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks übersetzen.“

 

Als stellvertretende LADW-Vorsitzende wurden am Donnerstag gewählt

    • Ulrich Dietz, Vorsitzender des Verwaltungsrats der GFT Technologies SE,
    • Michael Heinz (bis 30. April 2026) / Dr. Mary Kurian (ab 1. Mai 2026), Mitglied des Vorstands der BASF SE,
    • Tim Oliver Holt, Mitglied des Vorstands der Siemens Energy AG,
    • Rodrigo Santos, Mitglied des Vorstands der Bayer AG, und
    • Judith Wiese, Chief People and Sustainability Officer (CPSO) und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

 

Die starke Verankerung deutscher Unternehmen in Lateinamerika sieht der LADW als einen klaren Wettbewerbsvorteil für den weiteren Ausbau der Beziehungen. Mit rund 740 000 Mitarbeitenden erwirtschaften sie in der Region bereits heute etwa 200 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Zum Vergleich: in China sind es 412 Milliarden Euro, in Indien 59 Milliarden Euro und in Afrika 37 Milliarden Euro.

Video zum Abschied von Gunnar Kilian als LADW-Vorsitzender

Souveräner werden – gemeinsam mit Lateinamerika?

Die EU strebt nach strategischer Souveränität: Das heißt wirtschaftliche Resilienz, ökologische Nachhaltigkeit und digitale Unabhängigkeit. Doch in einer Welt multipolarer Machtverhältnisse, instabiler Lieferketten und globaler Transformationsprozesse gelingt dies nur durch starke, verlässliche Partnerschaften. Lateinamerika kann dabei eine zentrale Rolle spielen.

Wie kann aber diese Partnerschaft zur wirtschaftlichen, ökologischen und digitalen Souveränität beider Regionen beitragen? Im Focus Event des LADW heute auf dem diesjährigen Tag der Industrie (TDI), einer der größten wirtschaftspolitischen Konferenzen Europas, diskutierten diese Frage: Brasiliens Außenminister, S. E. Botschafter Mauro Vieira, als KeyNote-Speaker, Kolumbiens Botschafterin in Berlin, I. E. Botschafterin Yadir Salazar Mejía, Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dominik Asam, Mitglied des Vorstands und CFO der SAP SE, Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstands und CEO Pharmaceuticals der Bayer AG sowie die ntv-Wirtschaftsjounalistin Isabelle Körner.

Zwar kann Lateinamerika unverzichtbare Beiträge zu Europas wirtschaftlicher Resilienz, Klimaschutz und technologischer Souveränität leisten. Doch die EU und Deutschland müssen schnell und entschlossen handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen. Denn die Konkurrenz um die Region ist groß. Die konkreten Handlungsfelder sind:

    • EU-Mercosur-Abkommen zügig ratifizieren: Das Abkommen ist ein Schlüssel für fairen Handel, nachhaltiges Wachstum und geopolitische Unabhängigkeit Europas. Jeder Aufschub öffnet den Raum für andere Akteure – allen voran China.
    • Lieferketten diversifizieren: Lateinamerika bietet Alternativen im Bereich Energie, Industrie- und kritische Rohstoffe. Europa sollte diese nutzen, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
    • Innovations- & Wissenschaftskooperation stärken: Gerade in Digitalisierung, KI und nachhaltigen Technologien birgt die Region großes Potenzial. Die gut vernetzte lateinamerikanische Diaspora in Deutschland kann hier Brücken bauen.
    • Kulturelle Nähe und starke Präsenz deutscher Unternehmen in der Region nutzen: Gemeinsame Werte erleichtern den Ausbau wirtschaftlicher Kooperationen – das sollten gezielt vorangetrieben werden.
    • Politische Weichen jetzt stellen: Kommende Ereignisse zu Meilensteinen in der Zusammenarbeit machen: EU-CELAC-Gipfel im November 2025 in Kolumbien, COP30 auch im November 2025 in Brasilien und Hannover Messe 2026 mit Brasilien als Partnerland u. a.

 

Fazit: Wir haben die Chance, die Partnerschaft mit Lateinamerika zukunftsfähig auszubauen – für Wachstum, Nachhaltigkeit und globale Stabilität.

Jetzt zählt: Entscheiden. Handeln. Vernetzen.

Brasiliens Außenminister, S.E. Botschafter Mauro Vieira
Brasiliens Außenminister, S.E. Botschafter Mauro Vieira
PStS Stefan Rouenhoff und Dominik Asam
PStS Stefan Rouenhoff und Dominik Asam
LADW Focus Event auf dem TDI
LADW-Geschäftsführer Rafael Haddad, Stefan Oelrich, I.E. Botschafterin Yadir Salazar Mejía und PStS Stefan Rouenhoff (v.l.n.r.)
LADW-Talk@TDI

© LADW/Marko Dietrich

Innovation erleben, statt nur darüber zu reden

Die 41. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage haben diese Woche in Salvador gezeigt, wie sich Innovationsgeist live erleben lässt – am Wissenschafts- und Forschungsstandort SENAI CIMATEC mit über 600 Teilnehmenden aus beiden Ländern.

Die zentrale Botschaft? Nachhaltige Technologien bieten enormes Potenzial für gemeinsame Projekte, die Wachstum und Klimaschutz verbinden. Doch dafür braucht es eine klare Roadmap: Abbau bürokratischer Hürden, intensivierter Austausch zwischen den Akteuren beider Länder sowie verlässliche, planbare Investitionsbedingungen für Unternehmen.

Das betonte Michael Heinz, Stv. LADW-Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der BASF SE, bei der Eröffnung der Konferenz, die viele hochrangige Gäste wie u. a. Rui Costa, Minister und Chef des brasilianischen Präsidialamts, Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium oder Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium angezogen hat.

Wie kann uns dies gelingen?

    • Die Ratifizierung EU-Mercosur-Abkommen ist und bleibt Dreh- und Angelpunkt, um die Kooperation auf das „next level“ zu heben.
    • Für die Entwicklung von nachhaltigen und hochinnovativen Produkten kann brasilianische und deutsche Ingenieurskunst gemeinsam zum Einsatz kommen. Das sollte stärker gefördert werden.
    • Ein modernes Doppelbesteuerungsabkommen als ein echter Katalysator für mehr Investitionen, Wachstum und Vertrauen soll verhandelt werden.
    • Der kontinuierliche und strukturierte politische Dialog soll ambitioniert gestaltet werden, unter anderem mit baldmöglichst angesetzten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen.
    • Die Hannover Messe 2026 mit Brasilien als Partnerland kommt genau zur richtigen Zeit, um die Innovationskraft und das Kooperationspotenzial Brasiliens auf der weltweit wichtigsten Industriemesse sichtbar zu machen.

 

Der Countdown läuft: In 10 Monaten werden die nächsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage im Rahmen der Hannover Messe stattfinden. Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe und Mitglied des LADW, hat bereits herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Jetzt ist der Moment, die Weichen für eine starke, nachhaltige und partnerschaftliche Zukunft zu stellen.

Michael Heinz, Stv. LADW-Vorsitzender
DBWT_Opening_Session
DBWT_Submarine_Prototype
DBWT_Publikum
DBWT_Brazilian_Dance_Group

© FIEB

Das größte Potenzial der Zusammenarbeit mit Lateinamerika liegt noch vor uns

„Wenn die Welt in Unruhe ist, stehen wir an der Seite unserer Partner. Deutsche Unternehmen werden weiter investieren, ausbilden und Technologie entwickeln – mit und in Lateinamerika. Die bestehenden wirtschaftlichen Beziehungen sind stark und bereit, ausgebaut zu werden,“ betonte LADW-Vorsitzender Gunnar Kilian im Rahmen eines hochkarätig besetzten LADW-Empfangs in Berlin.

Zuvor hatten sich die Mitglieder des LADW – führende deutsche Unternehmen mit starker Präsenz in der Region – zu aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen ausgetauscht. Das klare Fazit: Deutsche Unternehmen bleiben in Lateinamerika engagiert – mehr denn je.

Nach den USA und China ist Lateinamerika bereits heute die drittwichtigste Wirtschaftsregion für die deutsche Industrie außerhalb Europas. Und das Potenzial für mehr Engagement ist groß. Von grüner Energie und Rohstoffen, über Talente und Technologie, bis hin zu verlässlichen Partnerschaften.

Dafür muss Europa aber auch handeln – pragmatisch, strategisch und verbindlich. Es braucht attraktive, langfristige wirtschaftspolitische Angebote, die den Herausforderungen und Chancen Lateinamerikas gerecht werden, und die Ratifizierung von EU-Abkommen wie das mit dem Mercosur und Mexiko.

„Das größte Potenzial unserer Zusammenarbeit liegt noch vor uns – davon sind wir im LADW überzeugt“ so Kilian.

 

 

Impressionen

LADW-Vorsitzender Gunnar Kilian
Gunnar Kilian, Botschafterin Yadir Salazar-Mejía und Rafael Haddad
Carsten Hasbach, Botschafterin Iris Joseline Pujol Rodriguez und Tim Holt
Dr. Jochen Köckler, Botschafter Francisco Quiroga und Botschafter Fernando Brun
Carsten Hasbach Dr Ursina Krumpholz Dr Jochen Köckler
Strack, Botschafterin Salazar-Mejía, Holt, Hasbach
Michael Heinz Botschafterin Juana Martínez González

© Christian Kruppa

EU-Mercosur-Abkommen endlich abgeschlossen

25 Jahre haben die Verhandlungen für das Handelsabkommen zwischen Europa und den südamerikanischen Mercosur-Staaten gedauert. Mal galten die Gespräche als gescheitert, dann keimte wieder neue Hoffnung auf.

Auf dem Mercosur-Gipfel am 6. Dezember in Montevideo verkündete die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen gemeinsam mit den Präsidenten von Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay endlich die Einigung auf einen Vertragstext. Das ist ein Meilenstein für beide Regionen und setzt ein Zeichen für freien Handel, offene Märkte und internationale Zusammenarbeit.

Für deutsche und europäische Unternehmen ist das Abkommen ein Gamechanger in den Beziehungen zu Lateinamerika und für den Weltmarkt, denn dabei geht es nicht nur um Handel. Es schafft:

    • Mehr Resilienz für beide Wirtschaftsregionen.
    • Mehr Möglichkeiten für diversifizierte und sichere Lieferketten.
    • Mehr Wohlstand und Arbeitsplätze für die Menschen.
    • Mehr Qualität und Sicherheit für die Produkte.
    • Mehr Schutz für Umwelt und Soziales.

 

Aber eine wichtige Etappe steht noch bevor: Nach dem politischen Abschluss ist vor dem Ratifizierungsprozess. In der EU werden juristische Prüfungen und Übersetzungen als nächste Schritte vorbereitet, damit das Abkommen vom EU-Rat unterzeichnet und ihm im EU-Parlament zugestimmt werden kann. Anschließend folgt ein komplexer Ratifizierungsprozess in den Mitgliedsstaaten, der nicht unumstritten sein wird.

Doch mit der politischen Einigung in Montevideo haben die EU und der Mercosur bereits unter Beweis gestellt, dass sich mit Kompromissbereitschaft und Entschlossenheit auch weit auseinanderliegende Interessen auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen. Dieser neue Spirit der Partnerschaft muss nun auch dafür genutzt werden, dass das Abkommen möglichst bald in Kraft treten kann.

Zusammenarbeit mit Brasilien dynamischer denn je

Mehr als 400 Teilnehmer und 30 hochkarätige Redner aus beiden Ländern kamen auf den 40. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen (DBWT) Ende September in der Autostadt in Wolfsburg mit einem Ziel zusammen: Mehr Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland generieren und Chancen für neue Projekte gemeinsam ergreifen. Von nachhaltigen und innovativen Technologien, über grüne und digitale Transformation bis hin zu Mobilität und Talenten. Es mangelt nicht an Möglichkeiten. Jetzt kommt es auf die Akteure in Politik und Wirtschaft an.

Anlässlich der DBWT äußerten sich BDI-Präsident Siegfried Russwurm und Gunnar Kilian, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW) und Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG, zu wichtigen Themen in der Zusammenarbeit.

 

Siegfried Russwurm:

„Deutschland und Europa müssen als Partner Brasiliens wieder attraktiver werden. Das fünftgrößte Land der Welt mit mehr als 210 Millionen Einwohnern spielt auf der geopolitischen Bühne eine zunehmend wichtige Rolle und wird stark von anderen Ländern umworben. Europa hat viel zu bieten, vor allem bei Dekarbonisierungslösungen sowie Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien.“

„Wir dürfen beim EU-Mercosur-Abkommen keine Zeit mehr verlieren. Ziel muss sein, bis Ende des Jahres die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. So könnten wir Brasilien und die ganze Region enger an Europa binden und damit ein wichtiges Signal der Entschlossenheit gegenüber unseren globalen Wettbewerbern China und den USA senden. Für 91 Prozent aller gehandelter Waren würden die Zölle abgeschafft, wodurch sich für Exporte der europäischen Industrie jährliche Einsparungen in Höhe von vier Milliarden Euro ergeben.“

„Deutschland und Brasilien haben viele Möglichkeiten, gemeinsam die grüne Transformation voranzutreiben und so einen essenziellen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Nur wenige Länder der Welt haben einen so sauberen Energiemix wie Brasilien: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung liegt in Brasilien bei über 93 Prozent, in Deutschland bei über 56 Prozent. Auch mit Kooperationen bei grünem Wasserstoff können wir unsere Zusammenarbeit stärken.“

 

Gunnar Kilian:

„Ein gezielter Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Brasilien ist in der jetzigen Phase für den Standort Deutschland entscheidend.“

„Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas bietet mit ihrem dynamischen Wachstumsmarkt das Potential für eine nachhaltige Stärkung der deutschen Industrie. Bereits jetzt ist das Land einer der größten Investitionsstandorte deutscher Unternehmen außerhalb Europas und legt damit das Fundament für ein weiteres wirtschaftliches Engagement. Dieses kann weiter entfaltet werden, wenn in Politik und Wirtschaft nun die entsprechenden Weichen dafür gestellt werden.“

„Ein entscheidender Schritt dazu könnte ein Abkommen zur Vermeidung doppelter Besteuerung von Unternehmen sein. Deutschland und Brasilien sollten die Verhandlungen dazu wiederaufnehmen und technische Hürden überwinden. Die steuerliche Entlastung der Unternehmen würde langfristige Investitionsentscheidungen erleichtern und die weitere Diversifizierung unserer Volkswirtschaften voranbringen.“

 

Mehr zu den DBWT24Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage

Kilian_Habeck_Russwurm
Gunnar Kilian, LADW-Vorsitzender und Mitglied des VW-Konzernvorstands, Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck und BDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm © Christian Kruppa/BDI