Die strategische Partnerschaft mit Brasilien modernisieren

„Die seit 2008 bestehende strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Brasilien muss modernisiert und um Themen rund um Digitalisierung und Nachhaltigkeit erweitert werden. Zudem müssen die bilateralen Regierungskonsultationen wieder in regelmäßigem Rhythmus stattfinden. Denn wenn nicht jetzt, wann dann?“, forderte der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler, Mitglied des Konzernvorstands Volkswagen AG und CEO TRATON SE, im Wirtschafts- und handelspolitischen Panel der diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage. Das waren deutliche Töne vor der Kulisse der wunderschönen Atlantikstrände Natals, wo die von BDI und CNI organisierte Konferenz vom 15. bis 17. September 2019 stattfand.

Als einer der Eröffnungsredner der Veranstaltung betonte der brasilianische Vizepräsident General Hamilton Mourão, der zu der Zeit auch amtierender Präsident war, die Entschlossenheit der Regierung, das Vertrauen in das Land und seine Institutionen wiederherzustellen – unter anderem durch Strukturreformen, Bekämpfung der Kriminalität, Modernisierung des Staates und Handelsliberalisierung. Dies wurde von den mehr als 1.200 Gästen aus Wirtschaft und Politik mit großem Interesse aufgenommen.

BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf stellte in seiner Rede die Bedeutung von regelbasiertem Handel heraus: „Das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur ist ein wichtiges Signal in Zeiten rückwärtsgewandter Abschottung. Und es wird sich auch positiv auf die Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards im Mercosur-Raum auswirken.“

Die Gemischte Wirtschaftskommission tagte im Rahmen der Konferenz unter dem deutschen Ko-Vorsitz von Andreas Renschler und dem Parlamentarischen Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß. Beide Seiten haben sich sehr zufrieden über die in den Gesprächen erreichten Fortschritte geäußert – so zum Beispiel bei einem neuen Doppelbesteuerungsabkommen und anderen Erleichterungen für deutsche Unternehmen in Brasilien. Im Mittelpunkt des Treffens stand auch der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur und Digitalisierung.

Die nächsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage werden vom 26. bis zum 28. August 2020 in München stattfinden.

DBWT 2019 Andreas Renschler
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BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf
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Wirtschaftstage in Natal Brasilien
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Eröffnung Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage 2019
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LADW und BDI im Gespräch mit brasilianischem Vizepräsidenten

Im Kontext der 37. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage vom 15. bis 17. September 2019 in Natal trafen sich BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf und der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler mit dem brasilianischen Vizepräsidenten General Hamilton Mourão, der an der Veranstaltung als amtierender Präsident des Landes teilnahm.

Der Vizepräsident versicherte der deutschen Industrie, dass Brasilien seiner Wachstumsagenda mit ehrgeizigen Wirtschaftsreformen, wie der bereits laufenden Rentenreform oder der in Vorbereitung befindlichen Steuerreform, und der Marktöffnung durch Freihandelsabkommen, wie beispielsweise mit der EU, verpflichtet bliebe. Darüber hinaus war auch das Engagement Brasiliens für den Schutz des Amazonasgebiets Gegenstand des Treffens.

Renschler bekräftigte das Interesse deutscher Unternehmen an bilateraler Zusammenarbeit und stellte General Mourão die vor Kurzem lancierte CEO Agenda vor.

Treffen mit Vizepräsident Mourao
© Vice-Presidência da República

São Paulo wirbt für deutsche Investitionen

Kurz nach seiner Rückkehr von einer China-Reise besuchte João Doria, Gouverneur von São Paulo, Deutschland. Im Fokus beider Reisen standen Gespräche mit der Wirtschaft. Beim Mittagessen mit dem Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (LADW) am 30. August 2019 im BDI sicherte Doria den deutschen Unternehmen zu, dass seine Administration den Standort São Paulo attraktiver und wirtschaftsfreundlicher gestalten wird, etwa durch Entbürokratisierung und Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur. Als ehemaliger Unternehmer wisse Doria genau, dass funktionierende Rahmenbedingungen das A und O für Investitionen seien.

Der Bundesstaat São Paulo allein erwirtschaftet ein Drittel des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts. Dazu tragen auch in hohem Maße die vielen deutschen Unternehmen bei, die dort konzentriert sind. Auch in den wirtschaftlich schwierigen letzten Jahren haben sie kontinuierlich investiert und ihr Engagement ausgebaut. Die Stadt São Paulo selbst ist einer der größten deutschen Industriestandorte der Welt.

Gouverneur Doria und Delegation
© Christian Kruppa
LADW-Vorsitzender und Gouverneur Doria
© Christian Kruppa
Dr. Mair und Gouverneur Doria
© Christian Kruppa
Dr. Kamieth, Hr. Renschler und Hr. Dietz
© Christian Kruppa

Deutschland unter den Schlusslichtern bei Handel und Investitionen in Lateinamerika: LADW plädiert für Kursänderung

LADW-Vorsitzender Andreas Renschler: „Sollten uns deutlich stärker engagieren und miteinander statt übereinander reden“

Studie „CEO Agenda“ für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika von LADW und McKinsey vorgestellt

Renschler als Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft wiedergewählt

 

„Wenn die deutschen Unternehmen in Lateinamerika nicht den Anschluss verlieren wollen, müssen sie sich deutlich stärker engagieren“, mahnte Andreas Renschler, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW), anlässlich der Lateinamerika-Karibik-Konferenz des Auswärtigen Amtes in Berlin. Dort stellten am Dienstag der LADW und McKinsey & Company die Studie „CEO Agenda“ für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika vor.

Die Erhebung kommt zu dem Schluss, dass Deutschland – früher einer der größten Investoren in Lateinamerika – mittlerweile im OECD-Vergleich eines der Schlusslichter ist. Renschler, seit 2015 Vorsitzender des LADW, wurde auf der Mitgliederversammlung bis 2021 wiedergewählt. Er ist Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG und CEO von TRATON SE.

Laut „CEO Agenda“ entfallen weniger als drei Prozent der weltweiten deutschen Investitionen auf Lateinamerika – und liegen damit fast drei Viertel unter dem OECD-Durchschnitt. „Mit Blick auf die weltweit wachsenden protektionistischen Handelspraktiken ist schwer nachvollziehbar, dass die Exportnation Deutschland Lateinamerika als Wirtschaftspartner so wenig Beachtung schenkt“, sagte Renschler. Im Gegensatz dazu hätten chinesische und US-amerikanische Unternehmen die Bedeutung erkannt. China und die USA verfolgten eine konsequente Expansionspolitik in der Region: Während die deutschen Exporte in die Region in den vergangenen zehn Jahren im jährlichen Durchschnitt nur um knapp drei Prozent auf 38 Milliarden US-Dollar stiegen, kletterten im selben Zeitraum die US-amerikanischen um fast fünf Prozent auf 392 Milliarden US-Dollar und die chinesischen Exporte um knapp zehn Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar.

Die „CEO Agenda“ empfiehlt angesichts dieser Entwicklung dringend einen Kurswechsel zu intensiverer wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Große Potenziale biete die Produktivität. Der Beitrag der Produktivitätssteigerung zum Wirtschaftswachstums seit 2017 beträgt in der Region nur 22 Prozent – was ein Viertel des Beitrags in Asien entspricht und im weltweiten Vergleich zu der geringsten Werten gehört.

„Lateinamerika will und muss produktiver werden. Deutsche Unternehmen können auf diesem Feld einen entscheidenden Beitrag leisten“, sagte Renschler. Durch den demografischen Wandel und die Abnahme der erwerbstätigen Bevölkerung droht Lateinamerika bis 2030 ein Rückgang des jährlichen Wirtschaftswachstums um 40 Prozent. Dies könne durch mehr Produktivität aufgefangen werden.

„Nach unserer Analyse gilt dies vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Landwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Transport, Bergbau, Öl und Gas sowie Energie“, erklärt Cornelius Baur, Managing Partner Deutschland von McKinsey & Company.

Für den Erfolg der deutschen Wirtschaft in Lateinamerika muss sich aber auch die Politik engagieren, dies- und jenseits des Atlantiks. „Wir brauchen eine gemeinsam mit der Bundesregierung abgestimmte Langfriststrategie, klare und faire Wettbewerbsbedingungen, ein verbessertes Bildungssystem in der Region sowie eine gezielte Förderung von Pilotprojekten, etwa im Bereich Digitalisierung, Mobilität oder Internet of Things“, plädierte Renschler.

Der LADW pflegt seit 2015 den Austausch mit Politik und Wirtschaft in Deutschland und Lateinamerika, initiiert und gestaltet bilaterale Kooperationsansätze, um Veränderungen anzustoßen und Zukunft mitzugestalten.

Renschler unterstrich: „Es ist wichtig, kontinuierlich den Dialog mit gewählten Institutionen zu führen. Wer etwas verändern will, sollte miteinander anstatt übereinander reden.“

Über die CEO Agenda für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika

Mit dieser Agenda wollen LADW und McKinsey & Company Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft eine aktuelle Faktenbasis für die Diskussion bieten und somit einen Beitrag leisten, eine zukunftsfähige Perspektive für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Lateinamerika zu generieren. Die CEO Agenda wurde von McKinsey & Company für den LADW erarbeitet und deren Haupterkenntnisse in einer Publikation zusammengefasst.

Übergabe der CEO Agenda
Übergabe der CEO Agenda durch LADW-Vorsitzenden Andreas Renschler und McKinsey CEO Dr. Cornelius Baur an Bundesaußenminister Heiko Maas | © Christian Kruppa

Impressionen: Minister aus Lateinamerika und der Karibik zu Gast beim LADW

Ministers Dialogue with German Industry
Ministers' Dialogue with German Industry
Uruguays Außenminister Rodolfo Nin Novoa
Uruguays Außenminister Rodolfo Nin Novoa
Palasissaal Hotel Adlon
Palasissaal Hotel Adlon
Dr. Cornelius Baur CEO Deutschland und Österreich McKinsey
Dr. Cornelius Baur CEO Deutschland und Österreich McKinsey
Außenministerin Jamaicas Kamina Johnson Smith
Außenministerin Jamaicas Kamina Johnson Smith
Außenminister von Barbados Jerome Walcott
Außenminister von Barbados Jerome Walcott
Argentiniens Außenminister Jorge Faurie
Argentiniens Außenminister Jorge Faurie
Bolivianischer Außenminister Diego Pary Rodríguez
Bolivianischer Außenminister Diego Pary Rodríguez
Ecuadors Außenminister José Valencia Amores
Ecuadors Außenminister José Valencia Amores (Mitte)
BMF Staatssekretär Wolfgang Schmidt
BMF Staatssekretär Wolfgang Schmidt
Außenminister der Bahamas Darren A. Henfield
Außenminister der Bahamas Darren A. Henfield
Brasiliens Vizeaußenminister Nóbrega und Botschafter Jaguaribe
Brasiliens Vizeaußenminister Nóbrega und Botschafter Jaguaribe
Panamas Vizepräsidentin Isabel Saint Malo
Panamas Vizepräsidentin Isabel Saint Malo
Außenministerin von St. Lucia Sarah Flood-Beaubrun
Außenministerin von St. Lucia Sarah Flood-Beaubrun
Außenministerin Suriname Yldiz Pollack-Beighle
Außenministerin Suriname Yldiz Pollack-Beighle
Vizepremierminister St Vincent and the Grenadines Louis Straker
Vizepremierminister St Vincent and the Grenadines Louis Straker
Nicaraguas Minister for National Policies Paul Oquist Kelley
Nicaraguas Minister for National Policies Paul Oquist Kelley (rechts)
Vizeaußenministerin Kolumbiens Luz Stella Jara Portilla
Vizeaußenministerin Kolumbiens Luz Stella Jara Portilla

© Christian Kruppa

Gäste des LADW waren die Außenministerinnen und Außenminister aus Lateinamerika, die für die Lateinamerika-Karibik-Konferenz von Bundesaußenminister Heiko Maas am 28. und 29. Mai 2019 nach Berlin angereist sind, sowie die Botschafter der Region in Berlin und ausgewählte Vertreter der deutschen Politik. Während eines Abendessens im Hotel Adlon wurde in einer Preview die von McKinsey für den LADW erarbeitete „CEO Agenda für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika“ vorgestellt und bot den Einstieg für eine intensive Diskussion.

Zeitenwandel in Lateinamerika – warum es sich lohnt, genauer hinzusehen

von Andreas Renschler, Vorsitzender des LADW, Konzernvorstand Volkswagen AG und CEO TRATON SE.

 

Der Wandel in Lateinamerika läuft auf Hochtouren. Angefangen mit den neuen Präsidenten in den beiden größten Volkswirtschaften der Region: Der linke Andrés Manuel López Obrador in Mexiko und der rechte Jair Bolsonaro in Brasilien sind gerade dabei, das Establishment in ihren Ländern mit Hochdruck umzukrempeln und damit das politische und wirtschaftliche Klima Lateinamerikas zu verändern. Beide Staatsoberhäupter versprechen trotz der politischen Unterschiede das Gleiche: Mehr Wohlstand und nachhaltiges Wachstum. Davon könnten zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung Lateinamerikas profitieren, für die Brasilien und Mexiko zusammengenommen stehen. Dass die Chancen für den Erfolg nicht gerade klein sind, zeigt das steigende Vertrauen von Investoren aus aller Welt. Es bleibt noch abzuwarten, welchen Weg beide Regierungen einschlagen werden, um ihre Versprechen zu halten. Sicher wird 2019 ein entscheidendes Jahr.

Weiter südlich auf dem Kontinent stehen ebenfalls richtungsweisende Präsidentschaftswahlen an: Die Argentinier müssen im Oktober dieses Jahres dem Neoliberalismus von Präsident Mauricio Macri eine Zu- oder Absage erteilen – möglicherweise auch verbunden mit Polarisierung wie zuletzt in Brasilien. Und im Norden Südamerikas tickt eine Zeitbombe: Venezuelas politische Krise muss ein friedliches Ende finden.

Gerade in solchen Momenten stellt sich wieder die Frage: Positioniert sich Deutschland in Lateinamerika bereits ausreichend? Sollten Deutschland und Europa vielleicht strategischer mit der Heimat von 650 Millionen überwiegend jungen Menschen umgehen? Noch ist Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Karten in Lateinamerika werden derzeit neu gemischt und die Haltung der ausländischen Partner auf den Prüfstand gestellt. Einerseits muss Mexiko in den Beziehungen zu den USA immer noch wie auf Eiern gehen, andererseits spricht man in Brasilien über eine noch nie da gewesene Allianz mit den USA, die Präsident Bolsonaro bei dem Besuch seines Amtskollegen Trump Anfang März knüpfte. Und China arbeitet weiterhin daran, seine Position in Lateinamerika zu stärken – langfristig und ohne Improvisation, denn Peking hat eine klare Strategie, was dort in den nächsten fünfzig Jahren erreicht werden soll.

Währenddessen muss sich die EU konsolidieren. Die Herausforderung Brexit muss gemeistert werden. Noch wichtiger ist, dass die EU ihr wirtschaftliches Gewicht besser in politisches Gewicht ummünzt. Wir sind der größte Wirtschaftsraum der Erde und haben ein berechtigtes Interesse daran, gegenüber den sich immer mehr polarisierenden Wirtschaftsmächten USA und China unsere Eigenständigkeit zu wahren. Wir sollten das Potenzial nutzen, das in der engeren Allianz zwischen der EU und den lateinamerikanischen Volkswirtschaften liegt. Bei den Vereinten Nationen machen die Staaten Lateinamerikas und der Karibik zusammen mit Europa ein Drittel der Gesamtstimmen aus. Die Jahrhunderte alte, kulturelle Verbindung beider Regionen sorgt für das nötige Vertrauen. Es lohnt sich, diese Region wieder neu als engen Partner und Verbündeten zu gewinnen.

Lateinamerika
© Pixabay, Gerd Altmann

Mehr Kompromissbereitschaft bei EU-Mercosur-Abkommen

In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Merkel, den brasilianischen Präsidenten Temer, EU-Kommissarin Malmström und Mercosur-Verhandlungsführerin Csukasi plädieren der LADW, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der brasilianische Industrieverband (CNI) für mehr Tempo und Kompromissbereitschaft bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur.

„Die Europäische Union und die Mercosur-Mitgliedsstaaten haben eine einmalige Gelegenheit, ein Abkommen zu treffen, das Weichen für zukünftige, prosperierende Wirtschaftsbeziehungen stellt“, heißt es im Dokument. Für die drei Organisationen gefährden gegenwärtige Entwicklungen das gesamte System der Welthandelsorganisation (WTO). Angesichts dessen komme dem Vertragswerk eine noch höhere strategische Bedeutung zu.

Konkret wird in dem Schreiben ausgeführt: “Beide Seiten sind aufgefordert, bei den wenigen verbliebenen strittigen Punkten Kompromisse einzugehen, wie zum Beispiel bei den Übergangsfristen zum Abbau von Zöllen auf bestimmte EU-Industriegüter, den Importquoten für Agrarerzeugnisse des Mercosur oder den geschützten Ursprungsbezeichnungen. Einzelinteressen dürfen dem Abschluss eines ausgewogenen Abkommens und den weitreichenden Gewinnen, die dieser Vertrag für Wirtschaft und Bevölkerung beider Seiten bieten könnte, nicht im Wege stehen.“

Die deutsche Industrie unterstützt ein solches Abkommen mit Nachdruck. Laut Angaben der Kommission ist die EU der größte Handelspartner und ausländische Investor des Mercosur. Eine Übereinkunft von zwei der fünf größten Wirtschaftsmächte der Welt wäre – gerade in Zeiten aufsteigenden Protektionismus – ein Zeichen für offenen, regelbasierten Handel. Der Abbau von tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen würde dem Wirtschaftsraum von rund 800 Millionen Menschen die Wachstumsimpulse geben, die beide Seiten jetzt so dringend brauchen. Allein die Einsparungen für EU-Exporteure durch wegfallende Zölle werden auf 4 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

 

Weiterführende Informationen

Überblick der EU-Kommission zu den Verhandlungen

Zahlen und Fakten zum Abkommen

Cargo ship
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Eine neue Phase der Kooperation mit Brasilien

„Ein stabiles Brasilien bleibt für uns unverzichtbar“, erklärte der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO der TRATON AG, im Wirtschaftspolitischen Panel auf den diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen in Köln. Dieses Land sei nicht nur Standort für bereits 1.500 Unternehmen mit deutschem Hintergrund und von mehr als 20 Milliarden Euro an Direktinvestitionen in den dortigen Wertschöpfungsketten. In Brasilien biete sich auch eine solide Plattform für die Entwicklung von Produkten und Technologien. Ein Ort, wo Innovationsorientierung auf Rechtssicherheit treffe.

Über 500 Vertreter aus Wirtschaft und Politik beider Länder waren im Juni 2018 nach Köln gekommen. Ein wichtiger Fokus der vom BDI und seinem brasilianischen Partnerverband CNI organisierten Konferenz waren die großen Chancen der digitalen Transformation in Brasilien für den Ausbau der bilateralen Beziehungen. Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, nachhaltige Städtekonzepte, Energie und Infrastruktur wurden in verschiedenen Foren eingehend erörtert. Ein eigenes Forum und über 100 Matchmaking-Gespräche dienten insbesondere der Mittelstandskooperation.

In der Gemischten Wirtschaftskommission unter der deutschen Leitung von Andreas Renschler und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Thomas Bareiß stand insbesondere der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur und Digitalisierung im Mittelpunkt. Die beiden Regierungen wollen auch auf politischer Ebene einen bilateralen Digitaldialog starten. Der Austausch zum Thema Doppelbesteuerungsabkommen soll wiederbelebt werden.

Die nächsten Wirtschaftstage werden im September 2019 in Natal im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte stattfinden.

LADW-Vorsitzender Andreas Renschler mit Prof. Kempf und anderen
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Dr. Markus Kamieth, LADW-Mitglied und Mitglied des Vorstands BASF SE
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LADW-Geschäftsführer Rafael Haddad, LADW-Vorsitzender Andreas Renschler und Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi Thomas Bareiß
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Deutsche Unternehmen halten zu Mexiko

„Mexiko ist in den vergangenen Jahrzehnten zum wichtigen Bestandteil der deutschen Industrie im Ausland geworden und wird dies auch in der Zukunft bleiben“, erklärte heute der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler, Mitglied des Konzernvorstands Volkswagen AG und CEO Volkswagen Truck & Bus, auf dem Mexican-German Business Summit 2018.

Die von BDI und HANNOVER MESSE veranstaltete Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto widmete sich den handelspolitischen Chancen bilateraler Zusammenarbeit in Zeiten zunehmenden Protektionismus. Mexiko ist Partnerland der diesjährigen HANNOVER MESSE.

In der Podiumsdiskussion mit mexikanischen Unternehmern und Siemens-CEO Joe Kaeser forderte Renschler eine Intensivierung der Kooperation mit dem größten Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. Die Rede sei von knapp 2.000 deutschen Unternehmen vor Ort und Investitionen von 30 Milliarden Euro, vor allem in entscheidenden Branchen wie Automobil- und Automobilzulieferindustrie, Pharma, Chemie oder Elektronik. Diese Firmen beschäftigen 215.000 Mitarbeiter.

Die Nachricht, dass die EU und Mexiko die Modernisierung des EU-Mexiko-Globalabkommens kurz zuvor zum Abschluss bringen konnten, belebte zusätzlich die Stimmung des Treffens. „Diese Modernisierung ist auch angesichts der Nafta-Verhandlungen das Gebot der Stunde!“ so Renschler. Die Ausweitung bei wichtigen Fragen, wie nichttarifären Handelshemmnissen, Ursprungsregeln, öffentlichen Aufträgen und dem Schutz geistigen Eigentums, sei von hoher Bedeutung für die deutsche Industrie.

© Christian Kruppa
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Neue Chancen durch digitale Transformation in Brasilien

Eine neue Welle an Geschäftschancen für deutsche Unternehmen ist durch das Internet der Dinge (IoT) in der Region zu erwarten. Darüber berieten ausgewählte Wirtschafts- und Politikvertreter beim Kaminabend des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW) am 15. März 2018 in Berlin. Brasilien will mit einem konkreten IoT-Aktionsplan bis 2022 einen Produktivitätssprung erreichen, wie hochrangige Gäste von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES am Abend berichteten. Erfahrungen aus dem Konzept „Industrie 4.0“ sind da höchst willkommen.

„Jetzt gilt es, sich frühzeitig als zuverlässiger Partner in diesem Prozess zu positionieren. Denn genau so wie in den klassischen Industrien schläft auch hier die Konkurrenz nicht. Der LADW will heute dazu den Anstoß geben“, erklärte Andreas Renschler, LADW-Vorsitzender, Mitglied des Konzernvorstands Volkswagen AG und CEO Volkswagen Truck & Bus.

Die überwiegend jungen 210 Millionen Brasilianer bringen die nötige Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien mit: Das Land steht mit 80 Millionen Smartphone-Nutzern international auf Platz 4 (Deutschland auf Platz 7) und ist weltweiter Spitzenreiter hinsichtlich online verbrachter Zeit.

LADW Kaminabend 15 March 2018
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