Souveräner werden – gemeinsam mit Lateinamerika?
Die EU strebt nach strategischer Souveränität: Das heißt wirtschaftliche Resilienz, ökologische Nachhaltigkeit und digitale Unabhängigkeit. Doch in einer Welt multipolarer Machtverhältnisse, instabiler Lieferketten und globaler Transformationsprozesse gelingt dies nur durch starke, verlässliche Partnerschaften. Lateinamerika kann dabei eine zentrale Rolle spielen.
Wie kann aber diese Partnerschaft zur wirtschaftlichen, ökologischen und digitalen Souveränität beider Regionen beitragen? Im Focus Event des LADW heute auf dem diesjährigen Tag der Industrie (TDI), einer der größten wirtschaftspolitischen Konferenzen Europas, diskutierten diese Frage: Brasiliens Außenminister, S. E. Botschafter Mauro Vieira, als KeyNote-Speaker, Kolumbiens Botschafterin in Berlin, I. E. Botschafterin Yadir Salazar Mejía, Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dominik Asam, Mitglied des Vorstands und CFO der SAP SE, Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstands und CEO Pharmaceuticals der Bayer AG sowie die ntv-Wirtschaftsjounalistin Isabelle Körner.
Zwar kann Lateinamerika unverzichtbare Beiträge zu Europas wirtschaftlicher Resilienz, Klimaschutz und technologischer Souveränität leisten. Doch die EU und Deutschland müssen schnell und entschlossen handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen. Denn die Konkurrenz um die Region ist groß. Die konkreten Handlungsfelder sind:
- EU-Mercosur-Abkommen zügig ratifizieren: Das Abkommen ist ein Schlüssel für fairen Handel, nachhaltiges Wachstum und geopolitische Unabhängigkeit Europas. Jeder Aufschub öffnet den Raum für andere Akteure – allen voran China.
- Lieferketten diversifizieren: Lateinamerika bietet Alternativen im Bereich Energie, Industrie- und kritische Rohstoffe. Europa sollte diese nutzen, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
- Innovations- & Wissenschaftskooperation stärken: Gerade in Digitalisierung, KI und nachhaltigen Technologien birgt die Region großes Potenzial. Die gut vernetzte lateinamerikanische Diaspora in Deutschland kann hier Brücken bauen.
- Kulturelle Nähe und starke Präsenz deutscher Unternehmen in der Region nutzen: Gemeinsame Werte erleichtern den Ausbau wirtschaftlicher Kooperationen – das sollten gezielt vorangetrieben werden.
- Politische Weichen jetzt stellen: Kommende Ereignisse zu Meilensteinen in der Zusammenarbeit machen: EU-CELAC-Gipfel im November 2025 in Kolumbien, COP30 auch im November 2025 in Brasilien und Hannover Messe 2026 mit Brasilien als Partnerland u. a.
Fazit: Wir haben die Chance, die Partnerschaft mit Lateinamerika zukunftsfähig auszubauen – für Wachstum, Nachhaltigkeit und globale Stabilität.
Jetzt zählt: Entscheiden. Handeln. Vernetzen.






