Zeit für Neuansatz in der Zusammenarbeit mit Lateinamerika

LADW präsentiert neue CEO Agenda anlässlich der Regierungskonsultationen mit Brasilien

Wachstumspotenzial der Region Lateinamerika kann Krisenfestigkeit der deutschen Wirtschaft stärken

Große Chancen für Kooperationen bei erneuerbaren Energien, Rohstoffen, Digitalisierung und Fachkräften

 

Der LADW hat anlässlich der Regierungskonsultationen mit Brasilien am 4. Dezember 2023, zu denen der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit zahlreichen Kabinettsmitgliedern in Berlin sein wird, seine neue CEO Agenda für die Zusammenarbeit mit der Region präsentiert. Ziel der CEO Agenda ist es, wirtschaftliche Potenziale der Region Lateinamerika aufzuzeigen, erforderliche Strategien und Ansätze für die Diversifizierung deutscher Unternehmen zu liefern und den Ausbau der Zusammenarbeit mit Lateinamerika voranzutreiben.

 

„Die Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien, aber auch den anderen Staaten Lateinamerikas, sind historisch eng und vertrauensvoll. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit hat traditionell eine wichtige Rolle gespielt. Daran wollen wir beim Besuch von Präsident Lula anknüpfen“, sagte Gunnar Kilian, LADW-Vorsitzender. Es brauche jetzt neue Ansätze von Politik und Wirtschaft, damit Deutschland und die Europäische Union nicht den Anschluss verlieren. „Die Regierungskonsultationen mit der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas sollten genutzt werden, um die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, Rohstoffen, Digitalisierung und Fachkräftemangel langfristig und strategisch aufzustellen“, forderte der LADW-Vorsitzende.

 

Trotz intensiver Reisetätigkeit und einem zuletzt gesteigerten Bemühen der Bundesregierung um die Region sieht der LADW die Potenziale der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gefährdet: Die Zusammenarbeit mit Lateinamerika stagnierte lange Zeit, Marktanteile gingen sukzessive verloren. Die deutschen Exporte in die Region sind in den vergangenen zehn Jahren kaum gewachsen. Während die USA und China ihre Exporte in diesem Zeitraum um 38 Prozent (2022: 547 Milliarden US-Dollar) und sogar 87 Prozent (2022: 252 Milliarden US-Dollar) erhöht haben, wuchsen deutsche Ausfuhren um lediglich drei Prozent (2022: 44 Milliarden US-Dollar). „Es ist bedauerlich, dass es bisher nicht gelungen ist, das Mercosur-Abkommen abzuschließen. Ein Scheitern der Verhandlungen wäre unverantwortlich. EU-Kommission und Bundesregierung sollten nichts unversucht lassen, die Mercosur-Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Das wäre ein starkes Signal für einen fairen und freien Handel zwischen Europa und Lateinamerika“, betonte Kilian.

Im internationalen Vergleich ist Lateinamerika laut CEO Agenda einer der vielversprechendsten Märkte für erneuerbare Energien. Brasilien gehört zu den führenden Nationen, wo es möglich wäre, bis 2030 grünen Wasserstoff für weniger als 1,50 US-Dollar pro Kilogramm zu produzieren. Dazu kommen die immensen Ressourcen des Landes an wichtigen Rohstoffen wie beispielsweise die weltweit zweitgrößten Reserven an seltenen Erden. Auch für die Gewinnung von Fachkräften für deutsche Unternehmen kann die Region entscheidend sein, insbesondere in technischen Berufen. Ingenieurwesen, IT und Naturwissenschaften machen mehr als 20 Prozent der Hochschulabschlüsse in Brasilien, Chile, Mexiko und Kolumbien aus.

Für eine erfolgreiche Neuaufstellung des Engagements in der Region entwirft die CEO Agenda Strategien und konkrete Initiativen, wie zum Beispiel eine Allianz interessierter Unternehmen zur Entwicklung von Projekten im Bereich Energie und Rohstoffe, die Schaffung eines gemeinsamen Talentpools als Teil eines digitalen Produktionsökosystems oder die Gründung von Programmierschulen.

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