Impressionen: Minister aus Lateinamerika und der Karibik zu Gast beim LADW

Ministers Dialogue with German Industry
Ministers' Dialogue with German Industry
Uruguays Außenminister Rodolfo Nin Novoa
Uruguays Außenminister Rodolfo Nin Novoa
Palasissaal Hotel Adlon
Palasissaal Hotel Adlon
Dr. Cornelius Baur CEO Deutschland und Österreich McKinsey
Dr. Cornelius Baur CEO Deutschland und Österreich McKinsey
Außenministerin Jamaicas Kamina Johnson Smith
Außenministerin Jamaicas Kamina Johnson Smith
Außenminister von Barbados Jerome Walcott
Außenminister von Barbados Jerome Walcott
Argentiniens Außenminister Jorge Faurie
Argentiniens Außenminister Jorge Faurie
Bolivianischer Außenminister Diego Pary Rodríguez
Bolivianischer Außenminister Diego Pary Rodríguez
Ecuadors Außenminister José Valencia Amores
Ecuadors Außenminister José Valencia Amores (Mitte)
BMF Staatssekretär Wolfgang Schmidt
BMF Staatssekretär Wolfgang Schmidt
Außenminister der Bahamas Darren A. Henfield
Außenminister der Bahamas Darren A. Henfield
Brasiliens Vizeaußenminister Nóbrega und Botschafter Jaguaribe
Brasiliens Vizeaußenminister Nóbrega und Botschafter Jaguaribe
Panamas Vizepräsidentin Isabel Saint Malo
Panamas Vizepräsidentin Isabel Saint Malo
Außenministerin von St. Lucia Sarah Flood-Beaubrun
Außenministerin von St. Lucia Sarah Flood-Beaubrun
Außenministerin Suriname Yldiz Pollack-Beighle
Außenministerin Suriname Yldiz Pollack-Beighle
Vizepremierminister St Vincent and the Grenadines Louis Straker
Vizepremierminister St Vincent and the Grenadines Louis Straker
Nicaraguas Minister for National Policies Paul Oquist Kelley
Nicaraguas Minister for National Policies Paul Oquist Kelley (rechts)
Vizeaußenministerin Kolumbiens Luz Stella Jara Portilla
Vizeaußenministerin Kolumbiens Luz Stella Jara Portilla

© Christian Kruppa

Gäste des LADW waren die Außenministerinnen und Außenminister aus Lateinamerika, die für die Lateinamerika-Karibik-Konferenz von Bundesaußenminister Heiko Maas am 28. und 29. Mai 2019 nach Berlin angereist sind, sowie die Botschafter der Region in Berlin und ausgewählte Vertreter der deutschen Politik. Während eines Abendessens im Hotel Adlon wurde in einer Preview die von McKinsey für den LADW erarbeitete „CEO Agenda für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika“ vorgestellt und bot den Einstieg für eine intensive Diskussion.

Zeitenwandel in Lateinamerika – warum es sich lohnt, genauer hinzusehen

von Andreas Renschler, Vorsitzender des LADW, Konzernvorstand Volkswagen AG und CEO TRATON SE.

 

Der Wandel in Lateinamerika läuft auf Hochtouren. Angefangen mit den neuen Präsidenten in den beiden größten Volkswirtschaften der Region: Der linke Andrés Manuel López Obrador in Mexiko und der rechte Jair Bolsonaro in Brasilien sind gerade dabei, das Establishment in ihren Ländern mit Hochdruck umzukrempeln und damit das politische und wirtschaftliche Klima Lateinamerikas zu verändern. Beide Staatsoberhäupter versprechen trotz der politischen Unterschiede das Gleiche: Mehr Wohlstand und nachhaltiges Wachstum. Davon könnten zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung Lateinamerikas profitieren, für die Brasilien und Mexiko zusammengenommen stehen. Dass die Chancen für den Erfolg nicht gerade klein sind, zeigt das steigende Vertrauen von Investoren aus aller Welt. Es bleibt noch abzuwarten, welchen Weg beide Regierungen einschlagen werden, um ihre Versprechen zu halten. Sicher wird 2019 ein entscheidendes Jahr.

Weiter südlich auf dem Kontinent stehen ebenfalls richtungsweisende Präsidentschaftswahlen an: Die Argentinier müssen im Oktober dieses Jahres dem Neoliberalismus von Präsident Mauricio Macri eine Zu- oder Absage erteilen – möglicherweise auch verbunden mit Polarisierung wie zuletzt in Brasilien. Und im Norden Südamerikas tickt eine Zeitbombe: Venezuelas politische Krise muss ein friedliches Ende finden.

Gerade in solchen Momenten stellt sich wieder die Frage: Positioniert sich Deutschland in Lateinamerika bereits ausreichend? Sollten Deutschland und Europa vielleicht strategischer mit der Heimat von 650 Millionen überwiegend jungen Menschen umgehen? Noch ist Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Karten in Lateinamerika werden derzeit neu gemischt und die Haltung der ausländischen Partner auf den Prüfstand gestellt. Einerseits muss Mexiko in den Beziehungen zu den USA immer noch wie auf Eiern gehen, andererseits spricht man in Brasilien über eine noch nie da gewesene Allianz mit den USA, die Präsident Bolsonaro bei dem Besuch seines Amtskollegen Trump Anfang März knüpfte. Und China arbeitet weiterhin daran, seine Position in Lateinamerika zu stärken – langfristig und ohne Improvisation, denn Peking hat eine klare Strategie, was dort in den nächsten fünfzig Jahren erreicht werden soll.

Währenddessen muss sich die EU konsolidieren. Die Herausforderung Brexit muss gemeistert werden. Noch wichtiger ist, dass die EU ihr wirtschaftliches Gewicht besser in politisches Gewicht ummünzt. Wir sind der größte Wirtschaftsraum der Erde und haben ein berechtigtes Interesse daran, gegenüber den sich immer mehr polarisierenden Wirtschaftsmächten USA und China unsere Eigenständigkeit zu wahren. Wir sollten das Potenzial nutzen, das in der engeren Allianz zwischen der EU und den lateinamerikanischen Volkswirtschaften liegt. Bei den Vereinten Nationen machen die Staaten Lateinamerikas und der Karibik zusammen mit Europa ein Drittel der Gesamtstimmen aus. Die Jahrhunderte alte, kulturelle Verbindung beider Regionen sorgt für das nötige Vertrauen. Es lohnt sich, diese Region wieder neu als engen Partner und Verbündeten zu gewinnen.

Lateinamerika
© Pixabay, Gerd Altmann

Mehr Kompromissbereitschaft bei EU-Mercosur-Abkommen

In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Merkel, den brasilianischen Präsidenten Temer, EU-Kommissarin Malmström und Mercosur-Verhandlungsführerin Csukasi plädieren der LADW, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der brasilianische Industrieverband (CNI) für mehr Tempo und Kompromissbereitschaft bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur.

„Die Europäische Union und die Mercosur-Mitgliedsstaaten haben eine einmalige Gelegenheit, ein Abkommen zu treffen, das Weichen für zukünftige, prosperierende Wirtschaftsbeziehungen stellt“, heißt es im Dokument. Für die drei Organisationen gefährden gegenwärtige Entwicklungen das gesamte System der Welthandelsorganisation (WTO). Angesichts dessen komme dem Vertragswerk eine noch höhere strategische Bedeutung zu.

Konkret wird in dem Schreiben ausgeführt: “Beide Seiten sind aufgefordert, bei den wenigen verbliebenen strittigen Punkten Kompromisse einzugehen, wie zum Beispiel bei den Übergangsfristen zum Abbau von Zöllen auf bestimmte EU-Industriegüter, den Importquoten für Agrarerzeugnisse des Mercosur oder den geschützten Ursprungsbezeichnungen. Einzelinteressen dürfen dem Abschluss eines ausgewogenen Abkommens und den weitreichenden Gewinnen, die dieser Vertrag für Wirtschaft und Bevölkerung beider Seiten bieten könnte, nicht im Wege stehen.“

Die deutsche Industrie unterstützt ein solches Abkommen mit Nachdruck. Laut Angaben der Kommission ist die EU der größte Handelspartner und ausländische Investor des Mercosur. Eine Übereinkunft von zwei der fünf größten Wirtschaftsmächte der Welt wäre – gerade in Zeiten aufsteigenden Protektionismus – ein Zeichen für offenen, regelbasierten Handel. Der Abbau von tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen würde dem Wirtschaftsraum von rund 800 Millionen Menschen die Wachstumsimpulse geben, die beide Seiten jetzt so dringend brauchen. Allein die Einsparungen für EU-Exporteure durch wegfallende Zölle werden auf 4 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

 

Weiterführende Informationen

Überblick der EU-Kommission zu den Verhandlungen

Zahlen und Fakten zum Abkommen

Cargo ship
© fotolia.de 82796060 donvictori_lf

Eine neue Phase der Kooperation mit Brasilien

„Ein stabiles Brasilien bleibt für uns unverzichtbar“, erklärte der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO der TRATON AG, im Wirtschaftspolitischen Panel auf den diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen in Köln. Dieses Land sei nicht nur Standort für bereits 1.500 Unternehmen mit deutschem Hintergrund und von mehr als 20 Milliarden Euro an Direktinvestitionen in den dortigen Wertschöpfungsketten. In Brasilien biete sich auch eine solide Plattform für die Entwicklung von Produkten und Technologien. Ein Ort, wo Innovationsorientierung auf Rechtssicherheit treffe.

Über 500 Vertreter aus Wirtschaft und Politik beider Länder waren im Juni 2018 nach Köln gekommen. Ein wichtiger Fokus der vom BDI und seinem brasilianischen Partnerverband CNI organisierten Konferenz waren die großen Chancen der digitalen Transformation in Brasilien für den Ausbau der bilateralen Beziehungen. Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, nachhaltige Städtekonzepte, Energie und Infrastruktur wurden in verschiedenen Foren eingehend erörtert. Ein eigenes Forum und über 100 Matchmaking-Gespräche dienten insbesondere der Mittelstandskooperation.

In der Gemischten Wirtschaftskommission unter der deutschen Leitung von Andreas Renschler und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Thomas Bareiß stand insbesondere der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur und Digitalisierung im Mittelpunkt. Die beiden Regierungen wollen auch auf politischer Ebene einen bilateralen Digitaldialog starten. Der Austausch zum Thema Doppelbesteuerungsabkommen soll wiederbelebt werden.

Die nächsten Wirtschaftstage werden im September 2019 in Natal im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte stattfinden.

LADW-Vorsitzender Andreas Renschler mit Prof. Kempf und anderen
© BDI, Christian Kruppa
Dr. Markus Kamieth, LADW-Mitglied und Mitglied des Vorstands BASF SE
© BDI, Christian Kruppa
LADW-Geschäftsführer Rafael Haddad, LADW-Vorsitzender Andreas Renschler und Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi Thomas Bareiß
© BDI, Christian Kruppa

Deutsche Unternehmen halten zu Mexiko

„Mexiko ist in den vergangenen Jahrzehnten zum wichtigen Bestandteil der deutschen Industrie im Ausland geworden und wird dies auch in der Zukunft bleiben“, erklärte heute der LADW-Vorsitzende Andreas Renschler, Mitglied des Konzernvorstands Volkswagen AG und CEO Volkswagen Truck & Bus, auf dem Mexican-German Business Summit 2018.

Die von BDI und HANNOVER MESSE veranstaltete Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto widmete sich den handelspolitischen Chancen bilateraler Zusammenarbeit in Zeiten zunehmenden Protektionismus. Mexiko ist Partnerland der diesjährigen HANNOVER MESSE.

In der Podiumsdiskussion mit mexikanischen Unternehmern und Siemens-CEO Joe Kaeser forderte Renschler eine Intensivierung der Kooperation mit dem größten Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. Die Rede sei von knapp 2.000 deutschen Unternehmen vor Ort und Investitionen von 30 Milliarden Euro, vor allem in entscheidenden Branchen wie Automobil- und Automobilzulieferindustrie, Pharma, Chemie oder Elektronik. Diese Firmen beschäftigen 215.000 Mitarbeiter.

Die Nachricht, dass die EU und Mexiko die Modernisierung des EU-Mexiko-Globalabkommens kurz zuvor zum Abschluss bringen konnten, belebte zusätzlich die Stimmung des Treffens. „Diese Modernisierung ist auch angesichts der Nafta-Verhandlungen das Gebot der Stunde!“ so Renschler. Die Ausweitung bei wichtigen Fragen, wie nichttarifären Handelshemmnissen, Ursprungsregeln, öffentlichen Aufträgen und dem Schutz geistigen Eigentums, sei von hoher Bedeutung für die deutsche Industrie.

© Christian Kruppa
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Neue Chancen durch digitale Transformation in Brasilien

Eine neue Welle an Geschäftschancen für deutsche Unternehmen ist durch das Internet der Dinge (IoT) in der Region zu erwarten. Darüber berieten ausgewählte Wirtschafts- und Politikvertreter beim Kaminabend des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW) am 15. März 2018 in Berlin. Brasilien will mit einem konkreten IoT-Aktionsplan bis 2022 einen Produktivitätssprung erreichen, wie hochrangige Gäste von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES am Abend berichteten. Erfahrungen aus dem Konzept „Industrie 4.0“ sind da höchst willkommen.

„Jetzt gilt es, sich frühzeitig als zuverlässiger Partner in diesem Prozess zu positionieren. Denn genau so wie in den klassischen Industrien schläft auch hier die Konkurrenz nicht. Der LADW will heute dazu den Anstoß geben“, erklärte Andreas Renschler, LADW-Vorsitzender, Mitglied des Konzernvorstands Volkswagen AG und CEO Volkswagen Truck & Bus.

Die überwiegend jungen 210 Millionen Brasilianer bringen die nötige Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien mit: Das Land steht mit 80 Millionen Smartphone-Nutzern international auf Platz 4 (Deutschland auf Platz 7) und ist weltweiter Spitzenreiter hinsichtlich online verbrachter Zeit.

LADW Kaminabend 15 March 2018
© Christian Kruppa