Lateinamerika steckt noch voll in der Pandemie, doch ein Wahlzyklus beginnt

Die Weltwirtschaft könnte dieses Jahr so stark wachsen wie schon lange nicht mehr. Ob Lateinamerika davon profitieren wird, hängt davon ab, wie lange es noch braucht, bis die Pandemie in der Region eingedämmt wird.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Noch ist schwer einzuschätzen, wie sich die jetzige Ferienzeit in Südamerika auf die Infektionszahlen auswirken wird. Zwar scheinen bis auf Ausnahmen wie Argentinien die Zahl der Neuinfizierungen zu sinken. Und auch die Impfungen beginnen jetzt in den meisten Staaten. Doch erst ab der Jahresmitte dürften sie flächendeckend zum Einsatz kommen. Noch ist also der weitere Verlauf der Pandemie in Lateinamerika unklar. Eine Normalisierung des Alltagslebens scheint in den nächsten Monaten schwer vorstellbar.

Das könnte dazu führen, dass Lateinamerika erst spät von der neuen Dynamik in der Weltwirtschaft profitieren wird. Die Prognosen der Investmentbanken für 2021 zeigen das: Zwischen 3 und 4 Prozent wird Lateinamerika dieses Jahr nur wachsen, nach einem Minus von 7 bis 9 Prozent 2020. Damit sei die Region auch in diesem Jahr erneut das globale Schlusslicht in der Weltwirtschaft, so die Prognose von JP Morgan. Nur rund halb so viel wie die Emerging-Markets weltweit dürfte die Wirtschaftskraft zwischen Patagonien und Mexiko damit 2021 zulegen.

Die Pandemie hat Lateinamerikas Schwächen bloßgestellt und teilweise noch verstärkt: Zum schwachen Wachstum kommen jetzt auch noch die hohen Haushaltsdefizite wegen der Konjunkturmaßnahmen während der ersten Corona-Welle. Die Staatsverschuldung ist in die Höhe geschnellt. Die Interamerikanische Entwicklungsbank erwartet, dass die Verschuldung der Region derzeit bei 74 Prozent des BIP liegt, verglichen mit 57 Prozent im Jahr 2019. Ein solch hohes Verhältnis von Schulden zu BIP untergräbt die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung. Die meisten großen lateinamerikanischen Volkswirtschaften werden laut der Rating-Agentur Moody’s frühestens im Jahr 2022 oder 2023 wieder das Produktionsniveau von vor der Pandemie erreichen.

Gutes Regieren und Reformen wären jetzt notwendig – doch zwischen Passivismus (Brasilien, Mexiko) und Aktivismus (Peru und Argentinien) „verfüge kein Land derzeit über eine überzeugende Führung“, urteilt Oxford Economics.

Dazu kommen 2021 auch wieder Wahlen: In Peru wird im April ein neuer Präsident gewählt, in Chile im November. In Argentinien (Oktober) und Mexiko (Juni) finden wichtige Wahlen für die Legislativen statt. Die Sorge ist, dass in den bisher vergleichsweise gut regierten Staaten am Pazifik Populisten ans Ruder kommen, wie in Brasilien oder Argentinien. Das würde in ganz Südamerika den Druck für marktwirtschaftliche Reformen schwächen.

Kolumbien und Mexiko gelten aus der ökonomischen Makroperspektive derzeit als am stabilsten aufgestellt. Brasilien dagegen ist immer mehr von der Investorenstimmung abhängig: Wie lange werden sie die höchsten Schulden unter den Emerging-Markets noch finanzieren wollen? Von der Regierung Bolsonaro sind in den letzten zwei Jahren ihrer Amtszeit kaum noch Reformen zu erwarten.

Argentinien dürfte auch nach einem möglichen Abkommen mit dem IWF in den nächsten Monaten noch lange keine Kredite bekommen. Zu erratisch und planlos erscheint die Regierung von Alberto Fernández, der zunehmend unter den Einfluss seiner Vize, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner, gerät.

Dennoch gibt es auch einige positiven Nachrichten aus Lateinamerika. Die Inflation und die Leistungsbilanzen sind unter Kontrolle. Auch die anziehenden Rohstoff- und Energiepreise werden in der Region für wachsende Exporteinnahmen sorgen und die insgesamt sinkenden Auslandsinvestitionen zumindest teilweise ersetzen.

COVID-19 in Lateinamerika

Entwicklung der Fallzahlen in der Region


Aktuell gemeldete Fallzahlen in den einzelnen Ländern

Wird Lateinamerika von einem neuen Superzyklus für Rohstoffe profitieren?

Die Anzeichen mehren sich, dass die Weltwirtschaft vor anhaltenden Preisanstiegen für Rohstoffe und Energie steht. Die könnten für Lateinamerika zu einem unerwarteten Treiber von Wachstum und Investitionen werden.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Ein schwacher Dollar führt zu steigenden Rohstoffpreisen – das war schon immer so. Doch die Schwäche der US-Währung ist nicht der alleinige Grund dafür, dass die Preise etwa für Kupfer, Öl, Soja und Eisenerz in den letzten Monaten so stark gestiegen sind. Vieles deutet darauf hin, dass die Weltwirtschaft vor einem neuen Superzyklus für Rohstoffe steht.

Den gab es zuletzt von 2003 bis 2011. China trat als neuer Nachfrager auf den Weltmarkt und trieb die Preise für Rohstoffe nach oben. Damals erlebten vor allem Südamerikas Ökonomien einen gewaltigen Wachstumsboom. Denn der Kontinent ist einer der führenden Rohstofflieferanten der Welt. Das gilt sowohl für soft commodities aus der Landwirtschaft wie für Industrierohstoffe.

Jetzt steigen nicht nur deren Preise seit Monaten. Auch an den Börsen findet ein Umschwung in der Präferenz der Anleger statt: Die Investoren steigen aus Tech-Aktien aus und investieren ihr Kapital zunehmend in Industrie, Energie und eben Rohstoffe. „The revenge of the old economy“, heißt es bereits bei den Investmentbanken.

Die Argumente für eine anhaltende Hausse bei Rohstoffen und Energie liegen auf der Hand. So rechnen die meisten Ökonomen damit, dass die Weltwirtschaft bald wieder deutlich wachsen wird. Einerseits wegen des absehbaren Endes der Pandemie nach dem Impfbeginn und andererseits wegen Bidens Wahlsieg, wovon sich die Investoren weniger Spannungen in der Weltpolitik versprechen.

Zudem sind die Zinsen niedrig und die Industrieländer werden weiter mit staatlichen Förderprogrammen die Schäden der Pandemie in ihren Ökonomien lindern wollen. Das alles lässt die Nachfrage nach Rohstoffen kräftig ansteigen.

Doch diese Nachfrage trifft auf ein starres Angebot: Die Unternehmen haben die letzte Dekade wegen der niedrigen Preise wenig in Minen und Farmen investiert. Zudem sind die Lagerstände bei den meisten Rohstoffen historisch niedrig. Steigende Preise werden die Folge sein.

Zudem gibt es neue Nachfrage auf dem Weltmarkt: Indien könnte heute die Rolle spielen, wie China vor einer Dekade. Der wachsende Wohlstand in Indien lässt auch dort den Bedarf an Lebensmitteln wie Stahl und Kupfer, aber auch Soja und Weizen rasant ansteigen.

Noch dazu treibt die Umstellung auf Elektromobilität und neue Batterietechnologien weltweit die Nachfrage nach Kupfer, Aluminium und Zink voran. Für ganz Lateinamerika könnte das eine unerwartete Chance bieten. Denn bei Metallen etwa sind Brasilien, Chile, Peru und Mexiko weltweit wichtige Exporteure. Bei Agrarprodukten stehen Argentinien und Brasilien an der Spitze.

Die entscheidende Frage wird jedoch sein, ob es den Regierungen in der Region diesmal gelingt, die Kapitalzuflüsse aus den Rohstoffexporten produktiv einzusetzen – statt damit Konsum und Korruption zu finanzieren.

COVID-19 in Lateinamerika

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Neuer Optimismus in Lateinamerika – Investoren kehren zurück

Die Hoffnung wächst in Lateinamerika, dass schon bald Impfstoffe gegen COVID-19 in den Masseneinsatz kommen. Trotz der wieder steigenden Infektionszahlen und der unklaren Wachstumsaussichten kehren die Investoren zurück. Das sorgt für einen positiven Stimmungsumschwung.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Gut möglich, dass November 2020 künftig in Lateinamerika als das Datum für den Wendepunkt in der COVID-Pandemie gesehen wird. Denn seit einigen Tagen beginnt sich die Stimmung in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten zwischen Mexiko-Stadt und Patagonien deutlich zu bessern. Das liegt einerseits am Sieg Bidens über Trump, wovon sich die Investoren weniger Spannungen in der Weltpolitik versprechen. Das gilt besonders für Ökonomien wie die in Lateinamerika, die stark von Exporten abhängen.

Die Risikobereitschaft der Investoren ist wieder gestiegen, wovon weltweit alle Emerging-Markets profitieren. Das ist aber auch deutlich in Lateinamerika zu spüren. Im November haben alle Börsen zweistellig zugelegt. Buenos Aires, Santiago und São Paulo führen die Indexgewinne mit einem Plus von rund 20 Prozent an. Auch haben fast alle lateinamerikanischen Währungen gegenüber dem Dollar zugelegt, wodurch die Börsenzuwächse in Dollar noch deutlich positiver ausfallen.

Die gute Stimmung unter den Finanzinvestoren liegt an der wachsenden Hoffnung, dass bald weltweit Impfstoffe gegen Corona eingesetzt werden können. In Brasilien, Argentinien und Chile dürften die Impfaktionen bereits nach dem Jahreswechsel starten.

Doch Vorsicht: Der zunehmende Optimismus in Lateinamerika wird vor allem durch den positiven Stimmungsumschwung in der Weltwirtschaft- und politik getrieben. In der Region selbst hat sich die Lage nicht verbessert. Im COVID Resilience Ranking der Nachrichtenagentur Bloomberg bilden unter den 53 größten Volkswirtschaften weltweit Mexiko, Argentinien und Peru die Schlusslichter. Bloomberg misst die Ökonomien und Regierung nach ihrem Erfolg bei der Eindämmung des Virus mit dem geringsten Maß an sozialen und wirtschaftlichen Einbußen. Aber auch Brasilien (37) und Chile (38) schneiden deutlich schlechter bei der Krisenpolitik ab als der Durchschnitt der Staaten weltweit.

In ihrem Lateinamerika-Ausblick für 2021 analysiert die Investmentbank JP Morgan, dass die größte Herausforderung für die Regierungen Lateinamerikas im nächsten Jahr sein wird, ihre Haushalte wieder ins Lot zu bringen. Angesichts der wachsenden politischen Spannungen dürfte das kompliziert werden, fürchtet JP Morgan. Weitere Zinssenkungen, welche die Finanzausgaben reduzieren würden, sind – bis auf in Mexiko – kaum zu erwarten.

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Keine zweite Corona-Welle in Lateinamerika?

Völlig unübersichtlich sind die Corona-Protokolle in Lateinamerika. Jedes Land, Provinz oder Bundesstaat und Gemeinde versucht auf eigene Faust, die zweite Welle der Pandemie zu vermeiden. Ein erneuter Anstieg der Infektionen wäre katastrophal: Alle Ökonomien haben sich in den letzten drei Monaten erholt. Doch nun stagnieren die Aktivitäten wieder in Lateinamerika.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Wer diese Tage zum ersten Mal wieder innerhalb Lateinamerikas reist, der erlebt eine neue, zuweilen chaotische Unübersichtlichkeit an Vorschriften und Protokollen zu Corona – ähnlich wie in Europa. Nicht nur Länder befinden sich in völlig unterschiedlichen Etappen der Normalisierung. Manchmal unterscheiden sich schon Stadtviertel mit ihren Auflagen. Während im Stadtviertel San Isidro, einem Vorort von Buenos Aires, schon fast wieder Normalität herrscht, etwa mit geöffneten Restaurants, ist im benachbarten Viertel Tigre das öffentliche Leben weiterhin streng eingeschränkt. Ein anderes Beispiel: Für Flüge nach Peru ist ein negativer PCR-Test notwendig sowie Maske und Schutzschild Pflicht während des ganzen Fluges. Umgekehrt, auf dem Rückflug nach Brasilien wird nicht einmal gefragt, ob man Corona-Symptome aufweist. Während in São Paulo die Schulen schon Mitte Oktober wieder mit Präsenzunterricht begonnen haben, findet in Salvadors öffentlichen Schulen im Nordosten weiterhin kein Unterricht statt – seit Anfang März!

Dieses Durcheinander an Regeln und Vorschriften lässt sich vor allem mit der Furcht der Regierungen auf allen Ebenen vor einer zweiten Welle wie in Europa erklären. Bisher bestätigt sich ein erneuter Anstieg an Infektionen für die gesamte Region nicht, ausschließen lässt sich der jedoch bisher keinesfalls. Es gibt weiterhin lokale Regionen, in denen der Virus sich unkontrolliert ausbreitet. Immer noch sind unter den zwölf größeren Staaten weltweit mit den höchsten Todesraten, etwa die Hälfte aus Lateinamerika. Auch bei den Infektionszahlen auf 100.000 Einwohner befinden sich fünf Staaten Lateinamerikas unter den Dutzend am stärksten betroffenen weltweit.

Nach der neuesten Untersuchung von Oxford Economics stoppte die Erholung der wirtschaftlichen Aktivität im November abrupt. Noch in der zweiten Oktoberhälfte hatten sich Chile, Peru und Kolumbien deutlich positiv entwickelt. Nun liegen die Ökonomien Chiles, Mexikos und Kolumbien immer noch rund 20 Prozent unter dem Stand von Ende Februar. In Brasilien ist mit einem Minus von 8,7 Prozent der Aktivitäten im Vergleich zum Vorkrisenniveau die Erholung am weitesten fortgeschritten. Am weitesten abgeschlagen sind weiterhin Peru und Argentinien mit etwa 30 Prozent.

Überraschenderweise haben die US-Wahlen mit dem absehbaren Sieg Joe Bidens in der Region für Entspannung gesorgt: Durchweg haben die Währung gewonnen gegenüber dem Dollar. Auch die Börsen legten kräftig zu in allen Staaten. Ausländische Finanzinvestoren nutzten wieder die Börsen in Mexiko, Argentinien, Chile und Brasilien zum Einstieg.

COVID-19 in Lateinamerika

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Trump II oder Obama 2.0 – was hat die Region zu erwarten?

Lateinamerika ist für die USA wichtiger geworden. Deswegen passt Washington seine Politik gegenüber der Region an. Dieser Prozess wird anhalten – egal, ob der nächste Präsident Biden oder Trump heißt. Doch auch einige Regierungen in Lateinamerika werden sich umstellen müssen, wenn es zum Wechsel kommt.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Die Wahlen in den USA sind in Lateinamerika bisher kein großes Thema. Dazu sind die Pandemie und die wirtschaftliche Krise zu dominierend für die meisten Menschen. Dennoch beginnen sich die Regierungen und Politik immer mehr mit den politischen Szenarios nach den Wahlen im Norden zu beschäftigen. Interessant ist dabei, wie deutlich sich das Verhältnis zwischen den USA und Lateinamerika in den letzten Jahren geändert hat. Und zwar für beide Seiten.

„Cuba, Cocaine und Chávez“ waren viele Jahre die einzigen Themen, welche die USA in Lateinamerika aufmerksam verfolgten – so erklärten US-Diplomaten das lange Zeit eher schwache Interesse Washingtons an der Region. Das hat sich geändert: Zwar sind Venezuela und Kuba weiterhin Krisenherde mit geopolitischen Konfliktpotenzial vor der Haustüre. Doch China und Immigration sind zu wichtigeren Themen der US-Innenpolitik geworden – und haben direkt und indirekt viel mit Lateinamerika zu tun.

Zu China erwarten die meisten Experten die größte Kontinuität auch nach einem Machtwechsel in Washington. Dessen Offensive als Handelspartner und Investor in Lateinamerika beobachten die USA seit kurzem genau. Unter Trump haben sie Geschütze in Stellung gebracht: Sie kontrollieren nun auch personell die Interamerikanische Entwicklungsbank als einen der wichtigen Finanziers in der Region. Auch die neu benannte International Development Finance Corporation dürfte wichtiger werden bei der Kreditvergabe.

Unklar ist, wie die USA künftig mit Staaten umgehen werden, die sich weiterhin von China finanzieren lassen oder etwa Huawei als Ausrüster für das Telekomnetz zulassen. Unter Trump könnte es vermutlich eher zu Strafmaßnahmen (wie Zöllen) kommen als unter Biden.

Sowohl unter Biden als auch Trump werden Mexiko und die Karibik von der Verlagerung der Lieferketten aus China als neue Standorte für US-Zulieferer profitieren. Das gilt abgeschwächt auch für die südamerikanischen Pazifik-Allianz Staaten wie Chile, Peru, Kolumbien.

Beim Thema Immigration werden jedoch von einer Biden-Regierung neue Akzente erwartet, etwa durch weniger strenge Immigrationsregeln oder Abschiebepraxis. Das würde Mexiko und die Karibik begünstigen. Hohe oder wachsende Rücküberweisungen aus den USA durch die Emigration würde innenpolitisch den Druck in diesen Ländern reduzieren.

Neu einstellen müssten sich die lateinamerikanischen Regierungen unter Biden bei den Themen Umwelt, Klima sowie Menschenrechte. Die wären wieder Leitlinien der Außenpolitik. Das gilt einerseits für Staaten wie Mexiko, wo die Demokraten unter Biden stärker auf gleiche Arbeitsbedingungen und -standards pochen könnten, etwa für das USMCA, dem seit Juli dieses Jahres geltende Nafta-Folgeabkommen.

Aber vor allem wird es Brasilien treffen, wenn Biden auf den Kurs der EU einschwenkt und Standards bei Umwelt und dem Amazonasschutz aber auch bei Themen wie der Genderpolitik einfordert. Brasilien wäre dann bald ziemlich isoliert in der Welt.

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Lateinamerika beginnt seinen langen Weg zurück zur Normalität

In Lateinamerika findet die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie langsamer statt als sonst auf der Welt – dafür aber deutlich stabiler. Bisher ist es in der Region zu keiner zweiten Welle der Infizierungen gekommen.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Zu diesem Ergebnis kommen die Ökonomen von Oxford Economics, die anhand verschiedener Indikatoren die Rückkehr zur Normalität messen. Danach ist Brasilien mit 11 Prozent weniger Aktivitäten als vom Februar dieses Jahres, also vor dem Ausbruch der Epidemie, schon am weitesten vorangeschritten auf dem Weg zum Vorkrisenzustand. Kolumbien (-23 Prozent) folgt mit deutlichem Abstand, knapp vor Mexiko (-25 Prozent). Peru (-34 Prozent) und Argentinien (-37 Prozent) sind nach den radikalen Quarantänen noch am weitesten entfernt von der Prä-Pandemie-Normalität.

Für 2021 erwartet das Institute of International Finance (IIF) eine gedämpfte Erholung der Kapitalströme in die Region, moderate Wachstumsaussichten und weiterhin Druck auf die lokalen Währungen. Der globale Bankenverband hat gerade Prognosen zu Lateinamerika mit Blick auf die Leistungsbilanzen der Staaten veröffentlicht. Dabei sind die Ökonomien wegen ihrer flexiblen Wechselkurse meist recht erfolgreich dabei, ihre Devisenreserven zu schützen – obwohl die ausländischen Kapitalzuflüsse zurückgegangen und die Exporte eingebrochen sind.

In der heftigen Rezession sind die Importe nach Lateinamerika insgesamt um 15 Prozent geschrumpft. Das hat die Leistungsbilanzdefizite schnell verringert. Doch auch die Exporte haben nachgelassen, vor allem bei Energieexporteuren wie Mexiko und Kolumbien. Rohstoffexporteure wie Chile oder Brasilien haben geringere Einbrüche bei den Exporten erlebt. Heftig waren die Einbußen bei den Deviseneinnahmen wiederum bei Staaten, die stärker vom Tourismus abhängen, wie Mexiko und die Karibik.

Kompensieren konnten das einzelne Staaten in der Region mit den Rücküberweisungen der Lateinamerikaner aus Europa und vor allem den USA in ihre Heimatländer. Die sind – anders als erwartet – stabil geblieben oder in einigen Ländern sogar noch gewachsen. Die chronische Kapitalflucht aus der Region dagegen stagnierte in diesem Jahr. Die Investoren stecken ihr Kapital in lokale Börsen und Anlagen. Das ist positiv. Schlecht ist dagegen, dass lateinamerikanische Unternehmen sich in der Krise aus ihren globalen Investitionen zurückziehen. Auch die ausländischen Direktinvestitionen werden zurückgehen. Das wird den Tech-Transfer in die Region verlangsamen.

Einige Währungen in der Region werden angesichts der politischen Unsicherheit und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Kapitalströme weiterhin unter Druck stehen, lautet das Fazit des IIF. Das könnte vor allem den Real in Brasilien sowie den Peso in Argentinien betreffen.

In Brasilien zogen sich die ausländischen Investoren bisher vor allem aus Portfolioinvestitionen in Anleihen und Aktien zurück. Wie weit die Direktinvestitionen in Unternehmen dieses Jahr tatsächlich abnehmen werden, ist noch offen: Nach Prognosen des IIF werden die Direktinvestitionen in Brasilien dieses Jahr von 73 (2019) auf 50 Mrd. Dollar sinken.

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Wirtschaft und Klimaschutz schließen sich nicht aus – ganz im Gegenteil

Der brasilianische Vizepräsident, General Hamilton Mourão, sieht deutsche Unternehmen in einer besonderen Rolle für den Wandel des Landes hin zu einer Green Economy. In einem virtuellen Gespräch mit dem LADW Ende September versicherte er, dass Wirtschaftswachstum in Brasilien nicht auf Kosten des Klimas gehen wird – wirtschaftliche Entwicklung und Schutz der Umwelt würden sich nicht ausschließen, sondern das Eine ginge nicht ohne das Andere. Mourão steht dem nationalen Rat für das Amazonasgebiet vor und steuert die Maßnahmen der Regierung zum Schutz des Regelwaldes.

Das EU-Mercosur-Abkommen hat aus Sicht des Vizepräsidenten eine strategische Bedeutung für mehr Klimaschutz in Brasilien. Denn das Land bekenne sich mit dem Abkommen zu Schutz, Bewahrung und nachhaltiger Entwicklung der Amazonasregion unter Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens – es gelte, die Region für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Auch über die Potenziale für eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit haben die Vertreter der deutschen Wirtschaft mit dem Vizepräsidenten beraten. Angefangen von Landwirtschaft und Infrastruktur bis hin zu Industrie 4.0 und Digitalisierung. Dabei plädierten die LADW-Mitglieder für eine Verbesserung der Rahmenbindungen für deutsche Unternehmen in Brasilien, wie etwa durch den Abschluss eines neuen Doppelbesteuerungsabkommens.

Laut Mourão wird die brasilianische Regierung die begonnenen Reformen des Steuersystems fortsetzen, um Protektionismus, Bürokratie und staatliche Intervention weiter abzubauen und die Produktivität der brasilianischen Wirtschaft zu erhöhen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die größte globale Krise seit dem 2. Weltkrieg durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie gemeinsam bewältigt werden müsse, spiele die Stärkung der Ökonomie eine entscheidende Rolle für die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas.

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LADW im Gespräch mit Vizepräsident Mourão © Christian Kruppa
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© Christian Kruppa

Lasst uns mehr miteinander reden…

Die Gefahr ist groß, dass sich Staaten angesichts der Covid-19-Pandemie und des rapide Zutage treten des Klimawandels auf sich selbst zurückziehen. Ganze Regionen, wie Lateinamerika, könnten so im globalen Kontext abgehängt werden. Dadurch wären über Jahrzehnte aufgebaute Errungenschaften in der bilateralen Zusammenarbeit bedroht – mit schwerwiegenden Folgen für die deutsche Wirtschaft.

In der jährlichen Mitgliedersitzung des LADW am 30. September 2020 waren sich die Unternehmensvorstände einig: Dieses Szenario müsse unbedingt vermieden werden, Lateinamerika bleibe ein wichtiger Markt für Deutschland und seine Unternehmen – trotz der Coronakrise. Der Gesprächsbedarf mit der Region sei deshalb nach wie vor hoch. Auch die aktuell hitzigen Debatten um das EU-Mercosur-Abkommen machten das deutlich. Dabei wäre gerade dieses Vertragswerk ein Instrument, um für beide Seiten dringend benötigte Impulse zu setzen – in der Wirtschaft, aber auch in der Klimapolitik!

Denn wirtschaftliche Entwicklung und Schutz der Umwelt schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander, wie der brasilianische Vizepräsident Mourão im Gespräch mit dem LADW im Vorfeld der Sitzung betonte.

Auch in der Diskussion mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Maria Flachsbarth, am selben Abend zeigte sich einmal mehr: Politik und Wirtschaft in Deutschland, der EU und ebenso in Lateinamerika müssen dringend einen gemeinsamen Nenner erarbeiten, um sich in der gegenwärtigen Lage nicht voneinander zu isolieren, sondern miteinander Lösungen für die bevorstehenden Herausforderungen zu finden.

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LADW-Vorsitzender Andreas Renschler und die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ Dr. Maria Flachsbarth © Christian Kruppa
LADW im Gespräch
© Christian Kruppa
LADW_im_Gespräch_II
© Christian Kruppa

2021 wird für Lateinamerika zum Schicksalsjahr

Lateinamerika wird sich wirtschaftlich nur langsam von der schweren Rezession erholen und politische Krisen können die Region weiter destabilisieren. Ein Überblick zu den Folgen von Corona für Politik und Wirtschaft

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

„Es hätte schlimmer kommen können – doch es wird dauern, bis es wirklich wieder besser wird.“ (“Latin America: Could be much worse, but will be hard to get much better”) – so beschreibt die Investmentbank JP Morgan in ihrer neuesten Analyse knapp und treffend die Lage in Lateinamerika. Die Situation und Aussichten für den weiteren Verlauf der Pandemie sowie für Politik und Wirtschaft sind tatsächlich durchwachsen.

 

Corona

Ziemlich genau ein halbes Jahr nachdem zum ersten Mal offiziell Corona-Infizierte in Lateinamerika registriert wurden, beginnen die Infektionszahlen langsam zu sinken. Dennoch lässt sich als vorläufiges Fazit feststellen: Den Regierungen in Lateinamerika ist es in der Pandemie schwergefallen, die richtige Mischung aus sozialer Isolierung und wirtschaftlicher Öffnung zu finden. Das trifft vermutlich auf die meisten Staaten weltweit zu, weil es keinen Königsweg gegen die Pandemie gibt.

Doch die Statistiken zeigen, dass Lateinamerika besonders schlecht abschneidet im Kampf gegen Covid-19: Sowohl bei den Infizierten als auch bei den Opfern zählen die lateinamerikanischen Staaten zu den weltweit am stärksten betroffenen Ländern – das gilt sowohl absolut, also pro Land, als auch relativ im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Dazu kommt, dass die COVID-Statistiken die dramatische Lage nur teilweise wiedergeben: Die Zahl der Tests liegt im Durchschnitt weit unter denen Europas oder der USA.

Prognosen über eine zweite Welle an Infizierungen sind schwierig: Einerseits könnte der kommende Sommer die Zahl der Neuinfizierungen bremsen. Auch scheint in einigen zuvor schwer betroffenen Regionen bereits eine hohe Immunität zu existieren. Andererseits nehmen im Sommer auch die Agglomerationen zu.

 

Im Überblick einige Prognosen für Politik und Wirtschaft

Die sozialen Proteste, die wegen Corona fast ein halbes Jahr gestoppt waren, sind in den letzten Wochen wieder aufgeflammt. In Kolumbien, Chile und Bolivien kam es bereits zu Unruhen. Es ist wahrscheinlich, dass die insgesamt weiter zunehmen werden, sobald die Corona-Sozialhilfen und die -isolierungen in den Ländern zurückgefahren werden. Die Gründe für die Unzufriedenheit der Bevölkerung vergangenes Jahr haben durch die schwere Wirtschaftskrise noch zugenommen.

Anders als erwartet, hat die Popularität der Regierungen in Mexiko oder Brasilien nicht unter deren offensichtlich gescheitertem Krisenmanagement gelitten. Präsident Bolsonaro in Brasilien ist so beliebt wie noch nie zuvor, trotz hoher Opferzahlen. Auch Präsident López Obrador in Mexiko erfreut sich einer stabilen Zustimmung, obwohl er kaum mit staatlichen Maßnahmen die Folgen der Pandemie für Unternehmen oder Bevölkerung abgemildert hat.

Der Trend zu stärker autoritären Regierungsformen, die Aushebelung der Gewaltenteilung sowie der wachsende Staatseinfluss in der Wirtschaft dürfte anhalten. 2021 wird zudem politisch ein Jahr mit wichtigen Wahlen (Bolivien, Peru, Chile) und Zwischenwahlen (Argentinien, Mexiko, Kolumbien) in der Region.

Derzeit nimmt der Nationalismus in der ganzen Region zu. Statt regional zusammenzuarbeiten, was in den Jahrzehnten nach den Demokratisierungen durchaus erfolgreich in Lateinamerika geschehen ist, versuchen die Regierungen wieder stärker allein Lösungen zu finden. Die mangelnde Koordination in der Region bei der Wahl des neuen Präsidenten der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) hat das klar gezeigt: Die USA konnten erstmals in fast 60 Jahren einen US-Amerikaner an deren Spitze setzen. In der Region regte sich kein Protest, die meisten Staaten stimmten zu oder enthielten sich. Auch die lateinamerikanischen Freihandelsabkommen stagnieren.

Die Folgen für die Wirtschaft sind inzwischen überschaubarer geworden. Tatsächlich wurde Lateinamerikas Wirtschaft am schwersten von der Pandemie weltweit betroffen. Vor 2022 wird keine Ökonomie wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.

Positiv auf die Konjunktur wirken die massiven staatlichen Kompensationsmaßnahmen wie in Chile, Kolumbien oder Brasilien. Auch werden die Zentralbanken nicht bald die Zinsen erhöhen, wegen des geringen Inflationsdrucks. Das begünstigt lokale Investitionen und die öffentliche Finanzierung. Auch Chinas schnelle Erholung sorgt für einem Exportschub für Rohstoffe aus Agrarindustrie, Energie und Bergbau.

So haben sich die Aussichten für die Wirtschaft leicht gebessert. 8,2 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt in Lateinamerika dieses Jahr schrumpfen, erwartet JP Morgan. Für 2021 rechnet die Bank mit einem Wachstum von 4,2 Prozent. Die Rezession wird am stärksten Peru (-13,5 Prozent), Argentinien (-12,5 Prozent) und Mexiko (-10,5 Prozent) treffen. In Chile (-5,6 Prozent), Kolumbien (-7,7 Prozent) und vor allem Brasilien (-5,2 Prozent) werden die Verluste geringer ausfallen.

Dazu kommen jedoch neue Probleme: Die Haushaltsdefizite haben wegen der höheren (Sozial)ausgaben und geringeren (Steuer)einnahmen rasant zugelegt. Die Staaten müssen nun Mittel und Wege finden, in der stagnierenden Wirtschaft zu sparen oder die Einnahmen erhöhen. Sonst drohen die Rating-Agenturen mit einer Erhöhung des Risikoeinschätzungen für die Staaten, was deren Finanzierung erschweren wird. Zumal auch die ausländischen Direktinvestitionen schrumpfen werden.

Fazit: 2021 dürfte zum Schlüsseljahr für Lateinamerika werden. Danach dürfte klarer sein, ob der Region erneut eine verlorene Dekade droht, wie die vergangene.

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Steht Brasilien vor einer schnellen Erholung?

In Lateinamerika gehen die Corona-Neuinfektionen langsam zurück – jedoch von einem hohen Niveau aus und nicht überall. Die Wachstumsprognosen bleiben durchwachsen. Nur Brasilien überrascht positiv.

von Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent für Handelsblatt und NZZ

 

Im September sind die Ansteckungsraten in Lateinamerika erstmals am Sinken. Ausnahme sind Argentinien und Venezuela. In Chile und Mexiko stabilisieren sich die Zahlen der Neuinfektionen. In den anderen größeren Ökonomien nehmen die Infektionsmeldungen ab. Doch von Entwarnung kann noch keine Rede sein. In vielen Ländern findet immer noch ein reduziertes öffentliches Leben statt, mit weiterhin geschlossenen Schulen. Trotzdem steigen immer wieder die Infektionen in einzelnen Regionen und Ländern sprunghaft an.

Derzeit ist Lateinamerika für über die Hälfte der weltweit offiziell registrierten Corona-Opfer verantwortlich. Brasilien steht international auf Platz 2 der meisten Corona-Toten. Unter den zehn Staaten der Welt mit den höchsten Todesfällen pro Tag und pro Million Einwohner befinden sich aktuell acht aus Lateinamerika. Das gilt für Länder wie Argentinien oder Peru, die strenge Isolationspolitiken betrieben und ebenso für Staaten wie Mexiko, die das nicht machten.

Die Folgen für die Wirtschaft sind noch nicht klar. Positiv auf die Konjunktur wirken die massiven staatlichen Kompensationsmaßnahmen wie in Chile oder Brasilien. Auch Chinas schnelle Erholung hat zu einem Exportschub für Rohstoffe aus Agribusiness, Energie und Bergbau gesorgt.

So haben sich die Aussichten für die Wirtschaft leicht gebessert nach ersten pessimistischen Prognosen noch zur Jahresmitte. 8,5 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt in Lateinamerika dieses Jahr schrumpfen, erwartet die Investmentbank Morgan Stanley. Für 2021 rechnet die Bank mit einem Wachstum von 4,7 Prozent. Das regionale Bruttoinlandsprodukt wird nicht vor Ende 2022 wieder an das Vor-Pandemie-Niveau heranreichen. Die Rezession wird am stärksten Peru (-15,8 Prozent), Argentinien (-12,7 Prozent) und Mexiko (-10,5 Prozent) treffen. In Chile (-6,8 Prozent) und Kolumbien (-8,2 Prozent) werden die Verluste geringer ausfallen.

Überraschend schwach dürfte die Rezession in Brasilien (-5,1 Prozent) verlaufen, also etwa so hoch wie in Deutschland. Das ist ein positives Zeichen für Südamerika, das von Brasilien als Wachstumstreiber abhängig ist. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat gerade festgestellt, dass in Brasilien im August unter den größten Ökonomien weltweit die Zeichen am stärksten auf Expansion stehen – nach China.

Wie nachhaltig dieser Stimmungsumschwung sein wird, bleibt offen: Mit seinen massiven Ausgleichzahlungen von 11,8 Prozent des BIP steht Brasilien unter 168 Nationen auf Platz 24 der Staaten weltweit, die ihre Ökonomien am stärksten mit staatlichen Maßnahmen stimulieren. Kurz nach den USA, aber weit vor Frankreich, Spanien oder etwa Italien. Doch die staatlichen Corona-Hilfen werden spätestens zum Jahresende auslaufen. Die Frage ist nun, ob die Unternehmen bis dahin zu investieren beginnen.

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