Herr Staake, was sagen Sie zu Logistik und Lateinamerika?

Frage:
Herr Staake, was sagen Sie zu Logistik und Lateinamerika?

Aktuell diskutiert die Logistik-Welt über den „Tren Bioceánico“, eine bisher für unvorstellbar gehaltene Eisenbahnlinie zwischen Atlantik und Pazifik, quer durch Lateinamerika. Es gibt deutsche Bestrebungen, dort sogar eine führende Rolle zu übernehmen. Die Strecke könnte Ilo in Peru verbinden mit Santos in Brasilien, unterwegs neuen Aufschwung ermöglichen, so in Bolivien und Paraguay. Zollerleichterungen entlang einer solchen Trasse sind keine Utopie. Und am Ende winken neue Chancen, Volkswirtschaften, Menschen und Kulturen zu vernetzen, ein Gegenentwurf zu Abgrenzungsstrategien.

Dieses gigantische Vorhaben erinnert an das, welches China derzeit unter dem Motto „one belt, one road“ schon mit europäischen Partnerstaaten als „Neue Seidenstraße“ entwickelt. duisport, größter Logistikknotenpunkt im Herzen Europas, ist dabei Partner verschiedener Teil-Projekte und zudem Start- und Zielpunkt auf der europäischen Seite.

Eng verbunden mit den Wirtschaftszentren des Kontinents könnte der weltgrößte Binnenhafen auch bei der südamerikanischen Variante seine umfangreichen Erfahrungen einbringen. Über die bestehenden maritimen Handelswege aus Lateinamerika und die Drehscheibe duisport könnten die beiden größten transkontinentalen Handelsrouten samt der beteiligten Märkte vernetzt werden – der Tren Bioceánico und die Neue Seidenstraße. Groß zu denken kommt offenbar in Mode. China jedenfalls bietet längst mit in Lateinamerika.

LADW Vice Chairman Erich Staake - duisport
© duisport

Erich Staake

Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, Stellv. LADW-Vorsitzender und Ko-Sprecher LADW-Arbeitskreis „Mobilität & Logistik“

Sunday Brief N°5

Dieser Sunday Brief ist auch als PDF mit der Kolumne, Stimme und dem Leitartikel verfügbar.

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